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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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Friedrich bezüglich ihres mütterlichen Erbes gemacht hattet) Dagegenkonnte nun Meist Saurer statt des Hofmarschalls Jörg Fuchs am20. März 1464 beurkunden, daß Hans von Stubenberg in der Klagegegen seinen Vater Leutold in Nutz und Gewähr genannter Gütergesetzt wurde. 2) In Anbetracht dieser Umstände dürfte Ursula für ihrenBesitz Sorge getragen haben. Wie leicht konnte ihr eigenes Erbe, ihrWittum, in Gefahr kommen. Die Ansprüche, die sie selbst an ihrenGemahl zu stellen hatte, mußte Leutold nunmehr anerkennen: ihrHeiratsgnt war ans den von den Liechtensteiner: erworbenen Besitz inKärnten gewiesen worden, eine Tatsache, die sich Ursula jetzt neuer-dings bestätigen ließ/) Seinen: Sohne Hans mußte Leutold Schuld-scheine über Beträge in der Höhe von 16.000, 3000 und 420 Pfundübergeben/)

Seine finanzielle Bedrängnis dauerte noch weiter an. Sie wares auch zweifellos, die ihn nötigte, im Einverständnis mit Hans denalten Besitz des Hauses, Schloß Kätsch, nördlich von St. Lambrecht,an das sich so viele teure Erinnerungen knüpften, an Andreas Baum-kircher zu verkaufen. Das geschah am 14. März 1465/) Beide hattenzwei Ämter: den „Freidhos und Schoder" aus Wiederkauf an Ernstvon Prank überlassen. Den Wiederkauf überließen sie am folgendenTage gleichfalls an den Baumkircher/) Zu diesem war Hans schonvor dieser Zeit in ein noch näheres Verhältnis getreten, das vielleichtschon in den Tagen in Aussicht genommen worden war, als er Baum-kircher bedingungsweise zum Erben eingesetzt hatte. Am 6. Dezember1464 schloß er mit Baumkirchers Tochter Martha einen Heiratsver-trag, in welchem er sich verpflichtete, seine Verlobte binnen sechs Jahrenzu heiraten, ihre Aussteuer von 1000 Pfund mit dem doppelten Betragzu widerlegen und auf Wurmberg sicherzustellen/) Würde Hans gegendiesen Vertrag handeln, so wäre er dem Bciumkircher mit 12.000 Guldenverfallen. Man entnimmt den Urkunden, daß Hans allmählich ganzdem Einfluß Baumkirchers anheimfiel. So übertrug er einen Gerichts-brief über seines Vaters Güter — gemeint ist die Entscheidung des

0 Hans-, Hof- u. Staatsarchiv, Rep. 24, Fol. 433. Apostelen, VIII,275. Sieh Chmel, NsZA., 4042.

2) Kopie, Pap., steierm. Landesarchiv, 7013 a.

2) Ein Vidimus dos Abtes Hermann zu Renn, „so Herr Leotold seinergemahel Fran Ursula von Emerberg geben hat". Loserth, Archiv des HausesStubenberg, S. 31. Desgleichen ein Vidimus über den Heiratsbrief, ausgestelltvom Bürgermeister in Graz, am 27. Mai 1464, ebenda.

U Gleichzeitige Kopie, Pap., steierm. Landesarchiv, 7032. Loserth, Archivdes Hauses Stubenberg, 92.

°) Orig.-Perg., steierm. Landesarchiv, 7059b, Not.-Bl. IX, 397. „Item ineinem weissen pinklein sind zween zerschnitten brief nämlich ain kaufbrief, dasiHerr Leutold von Stubenberg und Herr Hans von Stubenberg sein söhn HerrnAndre Pamkircher das geschlos Kätsch mit seiner Zugehöruug verkauft hat."Loserth, Archiv Stubenberg, S. 94. Sieh Mitt. d. Hist. Vereines f. Steiermark,XVII, 166.

6) Orig.-Perg., steierm. Landesarchiv, 7060 u. 7100, Not.-Bl. IX, 397.

7) Orig.-Perg., steierm. Landesarchiv, 7047 b, Not.-Bl. IX, 397.