Niederlage Friedrichs des Schönen bei Mühldorf am 28. September1322 und sein Geschick und weiß, daß es von zahlreichen österreichischenund steirischen Edelherren geteilt wurde. Befand sich auch Wülfingunter den Gefangenen? Keine Urkunde und kein gleichzeitiger Geschicht-schreiber erzählt hierum/) Wenn man aber in zwei Urkunden liest, daßWülfing in diesem Jahre Geld aufnahm, 2) so geschah das wohl, umseine Ausrüstung zu besorgen. Wenn man dann weiter liest/) daß erin der kritischen Zeit in seinem eigenen Stammschloß zu Kapsenbergin Rechtsangelegenheiten von Otto von Liechtenstein vertreten wird, soläßt das alles wohl kaum eine andere Deutung zu als die, daß ersich mit unter den Teilnehmern des Krieges befand. Kaum aber unterden Gefangenen. Wir wissen von keiner Geldsumme, die er ausge-nommen hätte, um sich aus der Gefangenschast zu lösen.
Wie es scheint, mar es Wülfing nicht vergönnt, von den Strapazendes Krieges längere Zeit auszuruhen. Wir besitzen auch aus dem Augustdes Jahres 1324 eine Urkunde, die uns Otto von Liechtenstein aber-mals als Stellvertreter Wülfings in Kapsenberg bei einer Rechtshand-lung vorführt/) Weilte Wülfing im Kriegsdienste auswärts, etwa aufdem Zuge, den Herzog Otto von Österreich und Heinrich von Kärntennach Oberitalien unternahmen, als dort nach dem Tode Heinrichs vonGörz ein Einschreiten gegen Cane della Scala von den Paduanernerbeten wurde? Das ist nicht recht wahrscheinlich, da sich die italieni-schen Ereignisse früher abspielten. Oder weilte er bei Herzog Leopold?Man weiß auch hierüber nichts. Auch das nicht, wann er starb. EinigeUrkunden des Jahres 1325 weisen ihn noch unter den Lebenden aus/)
Was Cäsar, Annal., II, 137, über die gefangenen Steirer berichtet,stammt aus einer späten, trüben Quelle. Wenn dort unter anderem zweiStubenberger angeführt werden, so ist zu bemerken, daß damals Wülfing daseinzige waffenfähige Mitglied seines Hauses war. Sieh darüber auch Muchar,VI, WIMS. Wie es scheint, weilte Wülfing schon im Mai 1323 in seiner Heimat.Am 6. Mai quittiert ihm Friedrich von Saurau über 160 Mark Silber mitden Höfen „datz Silbich" für seinen Vetter Friedrich von Stubenberg.
' 2) In der ersten Urkunde verkauft Wülfing an Wülfing den Oder dasGut in dem Hutenbach „datz dem Höslein" in der Lobming um 2V Mark Silber;in der zweiten entlehnt er 34 Mark Silber. Not.-Bl. VI, 442.
2) Otto von Liechtenstein überantwortet dem Ritter Ernst von Breiten-furt zu den zwei Zehnten, die ihm Wülfing in der Gäntz und am Schenken-berg gegeben, den Marchdienst in der Gäntz und zu Roetenstein und in derLobming bei den Höflein. Diese Gülten sind für 8V Mark gutes Silber zurück-zulösen. Die Urkunde ist von Kapsenberg datiert, wo sich sonach Otto vonLiechtenstein aushält. Wie hoch die Lösesummen waren, sieht man an dem Bei-spiele des Marschall von Pilichdorf, bei dem es mindestens 5560 Pfund Hellerbetrug. R^iezler, Gesch. von Bayern, II, 343.
U Ott von Liechtenstein bekennt anstatt seines lieben Schwagers Wülfingvon Stubenberg, daß er 7 Pfund 74 Pfennig Geld zu Zell, die diesem von Heinrichdein Kellner ledig geworden sind, Herrn Otten von Harperg und seinen Erbenverliehen habe, und gelobt, wenn sein Schivager Wülfing ins Landkommt, ihm den Brief darüber zu geben, und „wenn Willfing nichte nw er e", daß er ihm dann den Brief von den Erben verschaffe. 1324, August 3V.,Kapsenberg. Steierm. Landesarchiv, 1922a.
") Pgni 23. April, 31. Oktober und 21. Dezember. Ganz unrichtiges ent-hält die aus dem Dipl. Uunsuss stammende Kopie 19250 des steierm. Landes-