Druckschrift 
Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
Seite
61
Einzelbild herunterladen
 

61

hörte wie Wülfing selbst dem Dominikanerorden an und so konnte esnicht fehlen, daß er bei seinein Aufenthalt in Preßburg und Wien innähere Bestehungen zu Wülfing trat. Daß diese bestanden, daran istin keiner Weise zu zweifeln. Während des langen Pontisikates Klemens V.wurde Wülfing als Bischof von Bamberg kaum das eine und andereMal'mit einer Begünstigung bedacht, unter dem nur wenige Monatedauernden Pontifikate feines Vorgängers, Benedikt XI., dagegen mitGnaden- und Gunstbezeigungen förmlich uberschüttet; dieser Papst istaber kein anderer als Boccasini und der eifrige Verkehr läßt sicherauf ältere Bekanntschaft und nahe persönliche Beziehungen fchließemstAls Bischof von Lavant hatte Wülfing wenig Gelegenheit, inpolitischen Dingen hervorzutreten. Über das Papsttum hatten sich baldnach der im Frühlinge 1303 erfolgten Heimkehr Boccasinis die schwer-sten Schicksalsschläge entladen: Das bekannte Attentat zu Anagni undder Sturz Bonifaz' VIII. von seiner weltbeherrschenden Stellung. Eswar eine schwere Aufgabe, die fein nunmehriger Nachfolger Benedikt XI.übernahm, diese führende Stellung zurückzugewinnen. Nach den schwerenStürmen, die das Pontifikat Bonifaz' VIII. erschüttert hatten, betrater den Weg der Versöhnung und Milde, die aber weder in Feigheitnoch Schwäche ihren Grund hatte. Daß während seiner Regierungdem Dominikanerorden eine große Aufgabe zugedacht war, ist begreiflichund so mochte er in dem Lavanter Bischof Wülfing von Stubenberg einentreuen Helfer bei der Ausführung feiner Pläne erblickt haben. Am31. Jänner 1304 zeigte der Papst dem König Albrecht I. die Ver-setzung des Bischofs von Lavant auf den Stuhl von Bamberg an. stDort hatte sich nämlich das Domkapitel nach dem Tode des BischofsLudolf, der am 14. August 1303 gestorben war, über die Wahl seinesNachfolgers nicht einigen können; der eine Teil wählte den BambergerPropst Johann, der andere den der Salzburger Kirche Gerlach vonVölkermarkt. Der Papst übertrug das Bistum an Wülfing, dessen her-vorragende Geistesgaben er, wie das Ernennungsdekret sagte, selbstkennen gelernt hatte, st Er nennt ihn einen kenntnisreichen Mann vonehrbarem Lebenswandel, der in geistlichen Dingen vorbedacht, in welt-lichen umsichtig sei und dessen Wirken der Bamberger Kirche zumSegen gereichen werde, st Der ganze Wortlaut spricht für die hohe

0 Es ist merkwürdig, daß ein in der Dominikanergeschichte so belesenerMann wie Steill von diesen Beziehungen kein Wort weiß. Er läßt Wülfing imJahre 1301 von Klemens V. zum Bischof von Bamberg ernannt werden.

st RsgA., Ilp. 376, Vatio. ^.rekiv. Horn. Gedruckt Kaltenbrunner, Akten-stücke zur Geschichte des Deutschen Reiches unter den Königen Rudolf undAlbrecht I., Wien 1839. Gleichlautende Schreiben an Wülfing, Bischof von Bam-berg, an den Propst, Dekan und das Kapitel von Bamberg, an den Klerusder Stadt und der Diözese, an die Bevölkerung der Stadt und Diözese undan die Vasallen der Bamberger Kirche, sieh in Grandjean, Im NsZwIrs äsIZsuoil XI, Nr. 426. Sieh auch NsKZ. iZoisa, V, 59/60.

st Xä ts spisoopum Imvsutwum, gusm äivsrsis murwribus gratiaruwuoviwus iusiZuilum, oouvsrtimus ooulos uostrs wsrckis. . .

st Euro sis vir lilsrarum soisireia prsäilus, worum. bonoslaü^s^Aorus,in spiritualibus proviäus st tsmporalibus oiroum8psotus, msmo^stö^soolssiu

e