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Nicht viel besser als in Österreich gestaltete sich die Lage derDinge in Steiermark. Hatten die Ministerialen — wenigstens Wül-fing — dem Erzbischof nach der einen Seite hin weichen müssen, svfinden wir sie doch wieder auf Seite des Reichsverwesers, u. zw. mitStnbenberg auch die Verwandten aus den Häusern Wildau, Landesereund Stadeck. Bald erwies sich freilich Philipp von Salzburg als derStärkere. Die Urkunde vom 12. Mai 1250, in der sich Ulrich vonLiechtenstein verpflichtet, dem Erzbischof mit IVO Bewaffneten widerjedermann beizustehen mit Ausnahme des rechtmäßigen Herrn vonSteiermark und jenes Kaisers, den die Kirche als solchen ansehenwerde, ist mit Recht als ein förmliches politisches Glaubensbekenntnisdes Liechtensteiners bezeichnet worden, st Ihm folgten bald die GrasenBernhard und Heinrich von Pfannberg, dann Dietmar von Weisseneck,Wülfing von Trennstein u. a. Die anderen Brüder der beiden Psann-berger sollten sich anschließen, sobald sie ihrer Haft ledig würden;st siebefanden sich nämlich in der Gefangenschaft ihrer GeschlechtsvermandteuPoppos von Peggau und Wülfings von Stubenberg; welche Fehde siemit diesen auszusechten hatten, ist nicht bekannt.
Am 13. Dezember 1250 starb Kaiser Friedrich II. In seineinTestamente hatte er seinen Enkel Friedrich, den Sohn der Babenber-gerin Margarete, zum Erben von Österreich und Steiermark eingesetzt.Das war nunmehr schon zu spät. Zudem starb der jugendliche Prinzschon im nächsten Jahre. Innozenz IV. wünschte den Erbfolgestreitdurch eine Heirat zwischen dem Grafen Florens von Holland und Ger-trud, der Witwe Hermanns von Baden, beizulegen, aber schon hattenBöhmen und Ungarn der Erwerbung der verwaisten Länder ihr Augen-merk in erhöhtem Maße zugewendet. Schon im Herbste 1251 warBöhmens Herrschaft, die den Österreichern jetzt erwünscht schien, ge-sichert. Um ihren dynastischen Gefühlen entgegenzukommen, vermählteOttokar sich am 11. Februar 1252 in Hainburg mit Margarete, obwohlsie doppelt so alt sein mochte als ihr Bräutigam. Ottokar betrachtete sichseither nicht bloß als Herzog von Osterreich, sondern auch als Landes-fürst der Steiermark. Als solcher weilt er 1252 und 1253 im Lande.Daß Wülfing von Stubenberg auf seiner Seite steht, entnehmen wirdaraus, daß er in den von ihm ausgestellten Urkunden in der Zeugen-reihe steht, st Allerdings gibt es im Lande Leute, die nicht zur lwh-mischen Partei gehörend) Schon 1250 hatte König Bela IV. einzelnesteirische Plätze besetzt. Zu Ende 1251 oder anfangs 1252 nahm erden Kampf mit Ottokar selbst auf — nicht bloß um Steiermark, sondernauch um Österreich. Um sich rechtliche Ansprüche auf diese Länder zuverschaffen, beförderte er die Heirat der verwitweten Herzogin Gertrudmit seinem Verwandten Roman von Halitsch, denn da diese vom
tz Lorenz, Ottokar II. von Böhmen und das Erzbistum Salzburg (DreiBücher Geschichte und Politik), S. 422.
2) Die Urkunden im steierm. Urkb., III, 131, 133, 133.st Steierm. Urkb., III, 189.
st <Zui äs parte uostra tusrit. Steierm. Urkb., III, 203.