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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
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Abb. Nr. 6. Schloß Kalenberg.

(Nach Merian.)

die 29 Tage, die seine Fahrt dauert, soll niemand sein Antlitz nochseine Hände sehen; er will mit niemand sprechen und nur mit Ritternkämpfen, die gewillt sind, ihrer Herrin zu Ehren einen Speer zu ver-stechen. Den Ritter, der von ihrer Fahrt vernimmt, ohne gegen sie zureiten, tut Frau Venus in die Acht der Minne und aller guten Frauen.Wer sie besiegt, erhält ein goldenes Ringelein, bestimmt für die Damedes Siegers. Es hat die Kraft, die geliebte Frau schöner zu machenund sie muß ohne Falsch den lieben, der es ihr sendet. Sticht aberFrau Venus den Gegner nieder, so geht es ihm doch nicht ans Leben,nur muß er sich seiner Dame zu Ehren nach den vier Himmelsgegendenverneigen; wird sie besiegt, so erhält der Sieger die Rosse, die sie mitsich führt. Ihre Fahrt geht nach Tarvis, am 12. Tage trifft sie in

Kuenring. Er mahnt die Seinen: „Hier wird es einen harten Kampfgeben. Hademar will uns mit dem Speer bestehen. Es wird hier einenPuneis geben, dem Gott selber zusehen möchte." Wülfings Tapferkeitwird hier, seine Freigebigkeit an anderer Stelle hoch gepriesen.

Es war drei Jahre nachher, 1227, als Ulrich von Liechtensteinseinen phantastischen, aber ganz im Sinne der Zeit und des Ritter-tums liegenden und darum vielgefeierten Venuszug von der Lom-bardei aus durch Friaul und Kärnten, Steiermark und Österreich bisüber die böhmische Grenze unternahm. Er ist als Frau Venus gekleidet;