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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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er die Übertragung der Besitzungen der beiden JohanniterbrüderUlrich und Wolfgrim zu Pogier und Mautern an ihren Orden be-stätigt. Wenn nun in alten und neuen Schriften — allerdings alsSage — erzählt wird, daß Wülfings Sohn Otto, der gleichfalls ander Kreuzfahrt teilgenommen, zu Hanse angelangt, feine Frau miteinem andern beim Hochzeitsmahle getroffen, da sie den Gatten fürtot gehalten, und daß der Heimgekehrte zornentbrannt den Nebenbuhlererschlagen/) so daß man noch heute im Schlosse zu Neuendorf dieWahrzeichen jener Bluttat erkennen solle/) so sollte eine ernste Ge-schichtschreibung nicht anzufügen unterlassen, daß von einer Persön-lichkeit dieses Namens in den Tagen Friedrichs Ü. nicht das mindestebekannt ist. Wollte man aber nach einem historischen Kern in derSage suchen und etwa geneigt sein, den Namen Otto durch denWülfings zu ersetzen, so bietet die Geschichte in vollem Gegensatz zurSage ein schönes Bild ehelicher Treue noch über den Tod hinaus:denn am 30. August 1230 überträgt Gertrud, die Witwe Wülfings,an dessen Begräbnistage dem Stifte Seckan den ihm von dem ver-storbenen Gatten zugedachten Hof zu Baierdorf bei Graz. Man wirdder Urkunde entnehmen, daß Wülfing selbst noch lebend von derKreuzfahrt zurückgekehrt war. An den Feierlichkeiten des Begräbnissesnahmen begreiflicherweise alle Verwandten des Hauses Anteil undneben diesen des Hauses Freunde und Dienstmannen. So werden alsZeugen der Stiftung aufgezählt: Hugo und Hartmann von Perneck,Wülfing von Fischau, Cholo von Schneeberg, Heinrich von Stein,Rudolf von Stadeck, Heinrich von Spiegelberg, Ortolf von Kalen-berg, Rüdiger von Buchberg, Hermann von Stubenberg, Wolfger vonTrofaiach, Erchinger, der Sohn des Latinus, Düring, der Sohn Lant-frieds von Stubenberg, Herbert von Passail, Liebhart von Kätsch undals letzter der Kaplan der verwitweten Gertrud. Daß nicht alle derGenannten durch Verwandtschaftsbande an ihr Haus geknüpft waren,entnimmt man einer späteren Urkunde vom 15. Juli 1240, in welcherHugo von Perneck, Ortolf von Kapfenberg, der von Kätsch undWolfger von Passail Dienstmannen des Hauses genannt werden. Diemeisten Beinamen bezeichnen die Orte, die auf die Herkunft des Ge-samthauses aus der Gegend von Wiener-Neustadt hinweisen. Voneiner Teilnahme von Mitgliedern des Hauses Stubenberg an späterenKreuzzügen ins Heilige Land wird nichts berichtet, und die Pilger-fahrt nach Jerusalem, von der noch zu sprechen ist, gehört in ein an-deres Kapitel.

ff Offenbar eine Variante der oben erzählten Sage von Wülfing nnd

Agnes.

0 Jlwof, Steiermark und die Krenzzüge, Mitt. d. Hist. Ver. f. Steier-mark, S. 49, 34.