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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
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die rechte, durch die neugierige Frage eines Ahnen verschwundene Tür,die zu den Schatzgewölben führt, und öffnet sie mit den: Schlüssel, derin der Familie aufs sorgsamste aufbewahrt werden muß und von demjeweiligen Senior des Hauses auf den rechtmäßigen Nachfolgerübergeht.

' In der Tat wird der „Schlüssel zum Schöckl" in den alten Archiv-registern des Stubenbergischen Hauses erwähnt. Im Jahre 1504 ließElisabeth Herrin von Stubenberg geborene von Losenstein, Witwe nachFriedrich Herrn von Stubenberg, „alle Briefe, Siegel, Urbare und Registerverpetschaften" und ein Inventar über das Gesamtarchiv aufnehmen.Da heißt es an einer Stelle: „Item, im Ladl liegt der Schlüssel zumSchöckl." Und so bewahrt noch jetzt ein Mitglied des Hauses ein ausdem Jahre 1597 stammendes Pergamentblatt, das sich aus den stxhatzim Schöckel bezieht, st Wenn diese Sage an Dinge erinnert, die sichangeblich im zweiten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts zugetragen haben,so hat sie damit noch nicht einmal die Anfänge dieses Geschlechtes indiesen Gegenden andeuten wollen. Hat man es hier mit einer volks-tümlichen Sage zu tun, deren historischer Gehalt dem Kundigen nichtfremd ist, so gibt es daneben noch andere Sagen, die alle Kennzeichengelehrter Konstruktion an sich tragen, wie der angebliche Bericht, denein Smoel von Stubenberg fast in der Sterbestunde des Heilands inhebräischer Sprache auf eine Rinde geschrieben: „Du wirst wissen, meinFreund, daß dieser Tage einer zu Jerusalem ist gekreuzigt worden, den siefür den Messias oder doch für einen großen Propheten halten." Werdiesen Bericht, der das Alter des Hauses Stubenberg in die ZeitenChristi, das Haus selbst aus einen hebräischen Ursprung zurückführt,erfunden hat — man weiß es nicht. Bis an das Ende des 17. Jahr-hunderts hat man hievon nichts gewußt. Was für Schlußfolgerungenhätte man dazumal aus der Tatsache gezogen, daß der im HauseStubenberg herkömmliche Wolfsname sich im Königshause der Skyrenfindet und die Verwechslung des Skyren- und Styrenlandes so naheliegt, st Auch sonst ist die Genealogie des Hauses Stubenberg, wie sie

U Jetzt im Besitze der Frau Gräfin Anna Buttler geb. Gräfin undHerrin von Stubenberg. Es ist eine Überschrift, die sich auf einer Archivsladebefand: „Hierin der Schlusl zu der verporgen Thür auf demSchögkl st. 9. V. L. (Caspar v. Stubenberg) Anno im 1507 Jar. Item. Als (?)sol ein Jegklicher unsers Namen des Geschlechts von Stubenberg alweg beydes Hauses (?) Briefen hie zu Stubeckh behalten den Schlüsl und von irenHänden nicht lassen; es ist uns mit solichem Schlüsl nit ain klains beschaffen,dann alwegen der Elter von Stubenberg den andern von Stubenberg zu be-halten treulichen befolhen hat und sol solichs noch ainer dem andern treulichenbevelhen biß zu seiner Zeyt." Einige Stellen der Schrift sind an dem Umbngdes Pergaments nicht mehr völlig leserlich. Wir haben sie durch Fragezeichenangemerkt. Daß „die Schlüssel aus den Ruinen der Beste Stubenbcrg in Steier-mark", von denen v. Beckh-Widmanstetter in den „Berichten und Mitteilungendes Alterlumsvereines in Wien" spricht, mit den: sagenhaften Schlüssel nichtszu tun haben, bedarf wohl keiner weiteren Ausführung.

2) Matt ha ei, Die bayrische Hunnensage, Zeitschrift für deutsches Alter-tum, XÜVI, 55.