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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
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Motto: Alle menschen sollen billichcn dcrmahcn auf erden lebe»,damit sy mugcn raitung geben ires thuns und wcsens,damit man iniig sprechen, daß einer gelebt habe.

Sigmund v. Herbersicins Selbstbiographie.

Erstes Kapitel.

Sagenhafte und historische Anfänge des Hanfes

Stuben sterg.

Die Versuche, Licht über die Anfänge des Stnbenbergischen Hauseszu verbreiten, fallen in eine sehr frühe Zeit; sie reichen nach in dieletzten Jahrzehnte des Mittelalters zurück. In der Mitte des 16. Jahr-hunderts hat zuerst jener Wolf Herr von Stubenberg, der als der her-vorragendste Repräsentant des steiermärkischen Herrenstandes in seinenTagen erscheint, die Genealogie seines Hauses aus Grundlage alterUrkunden untersucht. Er verfolgte dabei aber keine gelehrten Absichten:ihm handelte es sich um die Erbfolge nach erloschenen oder noch be-stehenden alten Geschlechtern. Als sich dann im Laufe des 16. und17. Jahrhunderts die bekannten Genealogen, ein Lazius, Bucelinusund noch später ein Aquilinus Julius Cäsar daran machten, Stamm-tafeln des Hauses Stubenberg anzulegen, fanden sie bereits eine fest-stehende Überlieferung vor, die künstlich konstruierte genealogische Notizenmit alten Familiensagen verband, die ihrerseits entweder an die Haupt-stätten des uralten Familienbesitzes oder an die hervorragendsten Per-sönlichkeiten des Geschlechtes anknüpften. Kein zweites Geschlecht hier-zulande darf sich rühmen, so alte Familiensagen sein eigen zu nennen.Das Hso altsri vockik gilt hier in des Wortes vollster Bedeutung.Zu diesen uralten Familienüberlieferungen gehört die reizende undgehaltvolle SchöckelsageZ) die zweifelsohne schon im 14. Jahrhundertim Munde des Volkes lebte und schon damals die Erinnerung an dasGeschlecht lebendig hielt, dessen erste Repräsentanten der grauestenVorzeit unseres Volkes in der grünen Steiermark angehörten. Es istdie Sage von den unermeßlichen Schätzen, die in den ausgedehntenHohlräumen des Schinkels bei Graz verborgen liegen und ruhen müssen,bis der rechte Stubenberg kommt, den: sie bestimmt sind. Er findet

s) Gedruckt zuletzt in meinem Aufsatze „Das Archiv des Hauses Stuben-berg" im XXII. Heft der Veröffentlichungen der Historischen Landeskommissionfür Steiermark, S. 1ö5. Dort (der Aufsatz wird unten kurz als „Archiv Stuben-berg" zitiert) und im Supplement sHeft XXVI der Veröffentlichungen) findetsich alles Wesentliche über die archivalischen Schätze des Hauses Stubenberg,auf die hier unter einem verwiesen wird.

Lofcrth, Gesch. d. altsteir. Herren- u. Grafenhauses Stubenbcrg. ^