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Zur Geschichte der Familie Kneer
Entstehung
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Ordens von Prämonstrat an der Donau in Schwaben“ von P. SebastianSailer. Dem Werke ist ein reich ornamentiertes Bild des hervorragendenMannes und sein Wappen, das ein Pflugeisen mit der Spitze auf dreiSteinhügeln zeigt, vorgesetzt. *) Es ist diese kleine Studie nicht derPlatz, den erhebenden Lebenslauf des „Erhalters von Marchtall“ zuverfolgen. Nach den Angaben bei Sailer (S. 27) war Konrad Kneer1592 in Munderkingen, einer heute zu Württemberg gehörenden Stadtgeboren, die — ehemals eine der fünf vorderösterreichischen Donau-städte — Sommersitz der Aebte von Obermarchthal war. „Sein Er-zeuger nennte sich Michael Kneer, Burger und Becker allda, und seineMutter Barbara Rüfinn, deren Vater das Bürgermeisteramt in die vierzigJahre bestens verwaltete.“ Der Vater der Mutter hiess Dionys Ruef.Konrad Kneer ist zu Marchthal erzogen worden, war Pfarrer und mis-sionierte zu Kirchbierlingen, Steinberg und an manchen Orten, wardPrior und schliesslich (1637) Abt des berühmten Klosters, das 1500 zurReichsabtei erhoben worden war. Er, „der ehrwürdigste und grössteAbt Marchthals“, hat in der schrecklichen Schwedenzeit, „währenddes dreissigjährigen Krieges, als Chorherr und als Abt unsäglich vielgearbeitet und gelitten für des Klosters Ruhe, Sicherheit und Bestand“.„Oftmals vom Tode bedroht, einmal schon am Strang aufgeknüpft,bei Tage flüchtig und in Schlupfwinkeln versteckt, bei Nacht als Seel-sorger und Tröster bei den Kranken und Sterbenden, immer unge-brochenen Mutes, Musterbild eines Mönches und Abtes, auch in Zeitengrosser Armut bemüht, zuerst die Tugend zu mehren, dann erst dieReichtümer des Klosters, auch in Zeiten allgemeiner Unruhe und Ver-wirrung auf die Pflege der Wissenschaft bedacht — in der Tat einMann, der der ganzen Geschichte des Klosters zum Schmucke ge-

J ) Das Werk wurde mir, nebst anderer Literatur, bereitwilligst von der Kgl.Landesbibliothek in Stuttgart durch Vermittelung der Stadtbibliothek in Trier zur Ver-fügung gestellt. Ueber Konrad Kneer handeln sodann noch: Kurze Geschichte vondem Prämonstratenserstifte Obermarchthal, Ehingen a. d. D. 1835, sowie Max Birkler,Die Kirchen in Obermarchthal, Stuttgart 1893. ln dem ersten Buch wird der Name,wohl unter dem Einflüsse der Mundart, Krtör geschrieben. Die gediegene Schrift vonBirkler gibt u. a. Bild und Wappen Konrads wieder. Des grossen Mannes gedenktauch Bischof v. Keppler in seiner Wanderung durch Württembergs letzte Klosterbauten(Aus Kunst und Leben, Neue Folge, 2. Aufl., Freiburg i. B. 1906, S. 139).

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