I.
Der westfälische Zweig.
1. Anfänge im Arnsbergischen; die kurfürstlichen Jäger.
1 \ie Spuren des Zweiges der Familie Kneer, dem der Verfasser*—' dieser Studie angehört, lassen sich verfolgen bis in den Ausgangdes 16. Jahrhunderts und führen zurück in das Arnsbergische, in dasehemalige kurkölnische Herzogtum Westfalen.
Der letzte Graf von Arnsberg hatte im Jahre 1368 seine Herrschaftan den Erzbischof von Köln übertragen. Seitdem war das HerzogtumWestfalen im Besitze Kurkölns: Arnsberg war Hauptstadt, Sitz derRegierung („westfälische Kanzlei“) mit dem Landdrosten als erzbischöf-lichem Statthalter an der Spitze; Landesherr war der jeweilige Erz-bischof und Kurfürst von Köln.
Nach einer Reihe von Herren aus verschiedenen Häusern gelangte1577 Gebhard Truchsess von Waldburg auf den Kölner Stuhl: im30. Lebensjahre stehend, wurde er gegen _ Ernst, Prinz von Bayern,der damals erst 22 Jahre alt war, mit einer Stimme Mehrheit gewählt.Die übelberufene Regierung Gebhards endete mit seiner Absetzungund Exkommunikation durch Papst Gregor XIII. im Jahre 1583. Anseine Stelle trat nunmehr Ernst von Bayern, der die fast zwei Jahr-hunderte dauernde Folge der Kölner Kurfürsten aus dem Hause Bayerneröffnete:
Ernst von Bayern 1583—1612,
Ferdinand von Bayern 1612—1650,
Maximilian Heinrich von Bayern 1650—1688,
Joseph Clemens von Bayern 1688—1723,
Clemens August von Bayern 1723—1761.
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