meines Oheims zu Dortmund mich öfters aufhieltund zum Vergnügen die Rezepte verfertigen half,auch ich eine kleine medicinische Bibliothek besaß,welche meine Mutter von der kvitwe eines ver-storbenen Arztes gekauft und mir geschenkt hatte,so wählte ich die Arzneigelahrtheit. Ich las alsoin Nebenstunden für mich einige medizinischeBücher, bekam auch von dem Doctor Saalmann,welcher der Schwiegervater meines Oheims war,einigen Unterricht in der Anatomie.
In gedachter oberster Klasse hatten dieStudenten die Erlaubnis, Degen zu tragen, und auchsonst allerlei akademische Vorzüge. Die Gesetze,welche gedruckt waren, so wie auch die Matrikelhabe ich zum Andenken noch aufbewahrt. Obich nun gleich die Arzneikunst studieren wollte, sohörte ich doch die theologischen Vorlesungen desgedachten Pilgers, welcher, so wie auch Possmann,Lehrer der obersten Klasse war. Auch wohnte ichden Vorlesungen des erstern über Zapfens Uni-versalhistorie, wie schon in Tertia Elasse geschehenwar, bei; fuhr auch fort, in besonderen Stundenbei ihm das Griechische zu lernen, indem ich nebstmeiner: Tommilitonen das neue Testament extempore übersetzte. Bei pofsmann hörte ich dieLogik und andere philosophische Tollegien, auchimmer über Baumeisters DIsmsnta pbilosopbiea.Der Vortrag dieses vortrefflichen Mannes warfaßlich und schön. Bei eben demselben wurde in
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