gewissen Stunden Virgils Aeneide und LicerosReden ex tempore übersetzt, die Ubersetzung abermußte nicht allein grammatikalisch richtig, sondernauch schön und dem Sinne des Schriftstellers gemäßund nachdrücklich sein. In einer anderen Stundewurden die eigentlichen sog. schönen Wissenschaftengetrieben. Gr las uns aus den besten neuenprosaischen und poetischen Schriftstellern dieschönsten Stellen vor, wir mußten auch wöchent-lich zweimal eigene Aufsätze entweder in Prosaoder in Versen bringen, dann lobte er, was gutwar, und das schlechte machte er auf eine ihmeigene satyrische Weise lächerlich. Alle bemühtensich also, ihm was Gutes zu liefern. Diesem Mannverdanke ich den gesunden Geschmack an schönenWissenschaften, welche ich nachher immer geliebthabe.
In meinen Nebenstunden las ich viele Bücher,welche Geschichte oder schöne Wissenschaften ent-hielten, übte mich in Malen und Zeichnen, lernteein wenig Musik auf der Zimmerflöte und genoßübrigens die Vergnügungen der Jugend, ohne indiesen groß ausschweifend zu sein, von den Be-schwerden der Krieges, welche das ganze Landund besonders Dortmund drückten, empfand ichals ein junger Student, dem es an nichts fehlteund der seine völlige Freiheit hatte, nicht dasmindeste und konnte also auch mein Studieren ruhigfortsetzen.
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