verwandten kennen zu lernen. Ich lebte da rechtvergnügt, reisete auch von da weiter nach Dort-mund, um meinen Gheim zu besuchen, wo ich inder Zeit meines Aufenthalts daselbst den Unter-richt eines sehr pedantischen Informators mitmeinem kleinen Vetter zugleich genoß. Ich reiseteam Ende des Sommers wieder von da weg undwurde in Bochum von meiner Mutter persönlichwieder nach Mülheim geholet.
Da die Schule zu dieser Zeit ihren Meisterdurch den Tod verloren und einen anderen be-kommen hatte, so setzte ich bei demselben meinLernen fort, jedoch gab es mit diesem Unterrichtnicht viel Sonderliches. Ts wohnte aber ein sehrgeschickter französischer Sprachmeister in Mülheimund da ich keine Gelegenheit hatte, das Lateinischeordentlich zu lernen, so wurde ich zu diesem Sprach-meifter in die Schule geschickt, um französisch zulernen, bis sich eine Gelegenheit zum Lateinischenfände. Die französische Sprache lernte ich in kurzerZeit. Dieses erlernte Französische kam mir in dendamaligen Rriegszeiten sehr gut zu statten, dennMülheim wurde sehr oft mit Einquartierung derFranzosen beschwert. Ich war damals der Dol-metscher in unserer ganzen Nachbarschaft undmachte mich bei den Dffizieren und Soldaten,welche oft kein deutsches lvort kannten, dadurchsehr beliebt, so daß sie mich wenig sin) Ruhe ließenund den pstit (lbarlss immer zu sich riefen. Zu-
20