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Des Jobsiadendichters Carl Arnold Kortum Lebensgeschichte
Entstehung
Seite
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Meine Erziehung war nun meiner Mutierallein überlassen. So sehr die Geschäfte der Haus-haltung und der Apotheke, welche sie bis zur Groß-jährigkeit meines ältesten Halbbruders JohannFriedrich Rüntzel, durch Provisoren verwalten ließ,sie auch drückten, so ließ sie doch nichts fehlen, waszur Bildung meines Geistes beitragen konnte. Dasie seit dem ersten Anfange ihrer Haushaltung dengöttlichen Segen immer merklich gespüret und alsoein hinreichendes Einkommen hatte, so konntedieses um desto besser geschehen. Sie bestimmtemich schon sehr früh zum studieren. Man hat miraber gesagt, daß es sehr große Mühe gekostet habe,mir die erste Kenntnis der Buchstaben beizubringen.Ein, sich in Mülheim damals aufhaltender, sehrgeschickter Eandidat der Gottesgclahrtheit, NamensGrabow, welcher nebst anderen Rindern meineBrüder im Latein unterrichtete, fand endlich dazuein artiges Mittel. Er nahm täglich einen Bretzel,zerbrach denselben und setzte davon einen Buch-staben zusammen. Wenn ich ihn nun kannte undwieder zusammenlegen konnte, aber auch im ABE-Buche diesen Buchstaben wiederfand, so bekam ichden Bretzel zur Belohnung. Aus diese Weise lernteich in kurzer Zeit das ganze Alphabet. Mit demLesen gab es weniger Mühe. )ch lernte diesesso wie auch das Schreiben in der lutherischen Schule.Sobald ich einmal lesen konnte, bekam ich einenaußerordentlichen Hang nach Büchern, besonders