Druckschrift 
Des Jobsiadendichters Carl Arnold Kortum Lebensgeschichte
Entstehung
Seite
17
Einzelbild herunterladen
 

Arnds Postille bei der predigt am Michaelistagbefindet, einen im pimmel knieenden Engel miteinem Palmenzweig, und sagte mir, daß diesesmein Vater sei, woraus ich dann mich einigermaßenzufrieden gab. Dieser Eindruck ist bei mir so starkgeblieben, daß ich auch noch jetzt jenen Rupfer-stich nicht ohne merkliche Rührung ansehen kann.Die außerordentliche Liebe meines Vaters gegenmich war gewiß an dieser bei kleinen Rindernselten zu bemerkenden Rührung schuld. Ich erinneremich übrigens noch sehr wohl der Person meinesVaters, bei einigen mir als Rind sehr angenehmgewesenen Szenen. Am deutlichsten aber stelleich Ihn mir noch vor, da er im Sommer des Jahresseines Todes, mich einmal mit zum Besuche desPredigers Eruse nahm, und in dessen Garten mitseinen Armen in die pöhe hob, um mit dem Mundeeine reife Rirsche vom Baume zu pflücken. Erwar klein von Person, aber sonst nicht übel ge-bildet, und von sehr munterem Geiste und leb-haftem lvesen, dabei wahrhaftig gottessürchtig, aus-richtig und gegen Jedermann freundlich. DiePharmacia verstand Er nicht allein sehr gut, sonderner war auch ein guter Ehymist und vorzüglichstarker Botaniker, heilte auch viele innerliche Rrank-heiten, weil gerade damals kein ordentlicher Arztin Mülheim war.

Gesegnet sei seine Asche und sein

Andenken mir immer heilig!