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Die Hauschronik der Familie Holl (1487-1646), insbesondere die Lebensaufzeichnungen des Elias Holl, Baumeister der Stadt Augsburg
Entstehung
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Auch außerhalb seiner Vaterstadt ist Holl künstlerisch tätiggewesen. 1607 berief ihn Graf Wolfgang Jakob von Schwarzenbergbehufs Wiederaufbau seines abgebrannten Schlosses Schwarzenbergbei Scheinfeld am Steigerwald, doch dürfte sich bei diesem der AnteilHolls auf die Grundrißanordnnng beschränken. Auch bei dem Bauder fürstbischöflichen Wilibaldsburg bei Eichstätt (seit 1609), fürwelchen Holl vom Fürstbischof Konrad von Gemmingen berufen wordenwar, scheint Holl im wesentlichen nur die Pläne geschaffen und denAnfang des Baues überwacht zu haben. Pfalzgraf Philipp Ludwigvon Nenburg verlangte sein Gutachten wegen des baufälligen Kirch-turms von St. Peter zu Neuburg a/D. und Kaiser Rudolf II. dieRisse seiner Hauptarbeiten. Auch an dein Bau des kurfürstlichenSchlosses zu Mainz soll er nach seiner ersten Entlassung aus demStadtdienst einige Jahre tätig gewesen sein.H Doch sind die hiefürbeigebrachten Gründe doch wohl kaum zwingender Natur.

Holl gehört zu den größten Baumeistern der späteren deutschenRenaissance. „Sein Einfluß" — bemerkt W. H. Riehl treffend —„ist so schlaghaft und einzig, daß wir den Mann recht als denkühnsten Revolutionär unter den Architekten anstaunen müssen. Fastgenau in denselben vier Jahren, da Holl das Augsburger Rathaus auf-führte, hat Eucharius Holzschuher das neue Rathaus zu Nürnberg er-richtet, gleichfalls ein Nenaissancewerk und an Kunstwert dem elfterenwohl ebenbürtig. Aber Nürnberg blieb trotz dieses Rathauses dieselbemittelalterliche Stadt, die es gewesen; Holl dagegen baute mit seinemRathaus zugleich ganz Augsburg um. Den gotischen Türmen nahmer die spitzen Hüte ab und setzte ihnen runde wälsche Kappen auf,sodaß in der ganzen Stadt auch nicht eine einziges gotische Turm-Pyramide mehr übrig geblieben ist; Zunfthäuser und Kirchen, Palästeund Festungstürme wurden binnen wenigen Jahrzehnten so massenhaft inden Renaissancestil umgeschmolzen, daß die halbe Stadt wie uniformierterscheint bis auf diesen Tag. Was Holl selber stehen ließ, dasbewältigten rasch seine Nachfolger, denn in Revolutionszeiten desGeschmackes wie der Politik hat man keinen Pardon für geschichtlicheUeberlieferungen. Die Volksbauart in den einzelnen Quartieren,

1) Friede. Schneider in der „Zeitschrift für Bauwesen" Bd. 54 (1904),S. 561 u. flgd.

2) Vgl. jedoch die Spitztürme der Domkirche I