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Die Hauschronik der Familie Holl (1487-1646), insbesondere die Lebensaufzeichnungen des Elias Holl, Baumeister der Stadt Augsburg
Entstehung
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die mittelalterliche Anlage mußte erstarren, seit ein solcher Gewalt-meister wie Elias Holl die Architektonik nach akademischen Heftenin die Hand nahm, Ich kenne keine zweite Stadt, wo dieser Um-schwung gleich rasch und entschieden erfolgt wäre und so siegesgewaltigdurch einen einzigen Mann. Dafür lebt aber auch Elias Holl imVolksmund seiner Vaterstadt wie wohl selten ein Baumeister, unddie malerische Physiognomie Augsburgs stereotypierte sich in denZügen, die Holl so keck umrissen, daß es heute noch dreinschaut wieaus dem Grabe des siebzehnten Jahrhunderts entstanden, das deutschePompeji der Renaissance."

Das ist oor mehr als sechzig Jahren geschrieben worden. Heut-zutage müssen aber doch gewisse Einschränkungen dieser geistvollenCharakteristik gemacht werden. Barock, Rokoko und der Klassizismusdes 18. Jahrhunderts hatten schon in der Mitte des vorigen Jahr-hunderts das Renaissancebild der Stadt stark beeinträchtigt; seitdemhat dasselbe durch die Niederlegung der Stadtbefestigung eine weitereEinbuße erlitten. Immerhin darf auch das heutige Augsburg nochden Ruhm eines der stattlichsten und besterhaltenen Stadtbilder ausder Renaissancezcit in Anspruch nehmen, und diesen Ruhin verdanktes vornehmlich der genialen und vielseitigen Bautätigkeit Holls.