Michaelis (1548) bescherte mir Gott das siebente Kind, einen Sohn,Namens Abraham". — „Den 13. August 1557 genadete mich Gottmit dem zwölften Kind, so ein Sohn und Tobias genannt". ElfKinder aus der ersten Ehe lebten, als Johannes Holl zum zweiten-male heiratete, und als ihm seine Hausfrau im fünften Ehestands-jahr das fünfte Kind gebar, da schrieb er mit frohem Mut, unbe-kümmert, wie die Vielen genährt werden nnd durch die Welt kommensollten, in die Hauschronik: „Den 19. Dezember erfreute mich derHöchste mit dem fünften Kind, einem Sohn, der Sebastian genanntward".
Von den von Johannes Holl in Augsburg aufgeführten Ge-bäuden — er führt in der Chronik über sechzig an, meistenteilsBürgerhäuser — erwähnen wir hier nur zwei, die besonders charak-teristisch für seine Bauweise sind: die Kirche und der Turm desSternklosters und das evangelische Kollegium zu St. Anna. Nament-lich bei den elfteren zeigt sich eine merkwürdige Mischung von gotischenund Renaissancemotiven.
In dieser guten Schule seines Vaters wuchs Elias heran.Bereits in seinem dreizehnten Jahr zog ihn der erstere zu seinenBauarbeiten heran, und zwar gelegentlich eines Hausbaues gegenüberdem Zeughaus für den reichen und verschwenderischen Jakob Fugger.Schon damals bot sich Elias eine Gelegenheit, nach Italien, demWunderland der Kunst und dem Sehnsuchtsziel der deutschen Künstler,zu kommen, aber der Plan zerschlug sich an dem Widerstand desVaters, der mit Recht von dieser Reise eine sittliche Gefährdung deskaum den Knabenschuhen entwachsenen Sohnes befürchtete.
1594 starb hochbetagt der Vater Holl, nachdem er noch biszuletzt unermüdet tätig gewesen war. Er halte mehrere Bauten un-vollendet zurückgelassen, die nun Elias fertig bauen sollte. Hiebetstieß dieser aber auf den Einspruch der zünstischen Maurermeister, dieeine selbständige Bautätigkeit des Einundzwanzigjährigen nicht zulassenwollten, so lange er nicht die Meisterprüfung bestanden und die Auf-nahme in die Zunft erlangt hatte. Doch auch hiezu müssen ihmärgerliche Schwierigkeiten in den Weg gelegt worden sein, da er unserzählt, daß er seiner Vaterstadt den Rücken kehren wollte, um ander-wärts sein Glück zu versuchen. Da war es — es klingt fast wieein Roman — die jäh erwachte Liebe zu einer schönen und ver-möglichen Bürgerstochter, Maria Burckart mit Namen, „die ihm all