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sein Vornehmen und Wandergedanken benahm". „Ich setzte all meinenSinn auf diese holde Jungfrau, wie ich solche zu meiner Ehegattinhaben und bekommen möchte", und seine ehrliche Liebe fand auchihren Lohn: am 2. Mai 1595 fand „nach viel gehabten Unterredenmit der Jungfer Mutter und Befreundeten" die Hochzeit statt; „ichwar damals 22 und meine Liebste 20 Jahre alt."
Nur zehn kurze Jahre dauerte das Eheglück. Die junge Fraubesaß wohl 0on Haus aus eine zarte schonungsbedürftige Gesundheit,der nun die Jahr für Jahr einfallenden Kindbetten nicht zuträglichwaren; von den acht Kindern gelangte nur eine Tochter zu Jahren,die übrigen sieben starben meist kurz nach der Geburt. Die letzte,äußerst schwere Geburt raubte der Mutter die letzten Kräfte. Die„Herren Doctoren" rieten — bezeichnend genng für die damaligeärztliche Diagnostik — zu eiuer „Sauerbronnen"-Kur zu Ueberkingenund als diese nichts fruchtete, zu einer zweiten im Lederbad, und diesewiederholten, bei den damaligen Verhältnissen doppelt beschwerlichenReisen taten dann das Uebrige zum frühen Tode der erst drei-unddreißigjährigen Frau.
Bereits nach zehn Wochen schritt Holl zu einer zweiten Ehe.Sein Hausstand verlangte gebieterisch nach einer „Hausmutter", undda mußten bei dem gewissenhaften Manne andere Rücksichten beiSeite stehen. Rosina Reischle hieß die Neuerwählte, mit der Holldreizehn Kinder zeugte, von denen zwölf den Vater überlebten. Wirwerden gelegentlich noch auf Holls Privatleben zurückkommen, jetztwollen wir uns zu seiner baukünstlerischen Tätigkeit wenden.
Sein erster größerer Bau nach seiner ersten Verheiratung warendie 1599—1600 erbauten zwei Häuser des Kaufherrn Anton Garb ander heutigen Maximilian-Straße gegenüber den zu Anfang des vorigenJahrhunderts abgebrochenen Weinstädeln. Der Höllische Bau ist jetztverschwunden, aber aus den Aufzeichnungeu des Meisters gewinnenwir unschwer ein Bild desselben. Die Häuser zeigen bereits denausgeprägten Renaissancestil, wie er in der ersten Hälfte des 17. Jahr-hunderts in Augsburg durch Holl in einer ganz eigenartigen Weisezur Einführung und allgemeinen Geltung gelangt ist.
Groß muß die Zufriedenheit des Bauherrn mit seinem Bau-meister gewesen sein, da er ihn nach Vollendung des Baues aufseine Kosten mit sich nach Venedig nahm. Leider sind dieser fürHolls künstlerische Entwicklung unzweifelhaft höchst einflußreichen Reise