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Gottfried von Raesfeld : sein Geschlecht, sein Leben und sein Testament ; ein Beitrag zur Geschichte des westfälischen Adels
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Gottfried von Raesfeld.

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den Annalen des Franziskanerklosters zu Brühl berichten zum Jahre1491: C R. P. Antonius de Baesfeld miro zelo illuxit, ut utrumque(vorher ist von Kölde die Rede) Hermannus Archiepiscopus in cordeet oculis ferens, addixerit se extructurum sacrae Observantiae oppor-tunum Conventum non procul ab aula sua\ Der Klosterhau wurdedann auch noch in demselben Jahre in Brühl begonnen. Aberauch in seiner Heimat konnte Antonius eine Niederlassung seinesOrdens begründen, nämlich in Dorsten an der Lippe. Den Anlaßdazu gab eine Fehde seines Bruders Gosswin mit der Stadt Dorsten,bei welcher von beiden Seiten Antonius das Vermittleramt über-tragen wurde. Man einigte sich auf seinen Rat, zur Sühne aufbeider Parteien Kosten ein Kloster des Observantenordens zu be-gründen. 1484 begann der Rat der Stadt die ersten Schritte indieser Beziehung zu tun, 1486 wurde der Bau vom Provinzial-konvent beschlossen, 1488 nach Genehmigung vom Papst und Erz-bischof der Bau begonnen, der dann 1493 im großen und ganzenvollendet gewesen zu sein scheint, da es damals bereits außerdem Provinzialvikar, welches Amt gerade in diesem ZeitpunkteAntonius von Raesfeld bekleidete, dem Guardian P. BernardinusAppeldorn, 14 Priester, 1 Diakon, 1 Subdiakon und vier Laien-brüder als Bewohner in seinen Mauern beherbergte. 1 Antoniuswar zweimal Provinzialvikar des Ordens von 1490—1493 und von1496—1499, er starb im Jahre 1505 am 8. September.

Bitter’s II. von Raesfeld-Ostendorf erste Frau war, wie wiroben Seite 155 gesehen haben, bereits vor 1425 oder im Jahre1425 selbst verstorben. 2 Der Witwer heiratete einige Jahredarauf wieder und zwar Berta von Baeck, welche ihm die in deroben erwähnten Urkunde genannten Kinder Gosswin, Luitgart undDerick, sowie den vorhin genannten Bitter (Antonius) gebar.Letzterer war zur Zeit der Abfassung jener Urkunde von 1467 3Avohl bereits in den Orden eingetreten, sodaß er aus diesem Grundeaus der Reihe der Erbberechtigten ausgeschieden war. Die vonFahne auf Tafel XII genannte Tochter Adelheid kommt urkundlich

*) Genaueres siehe in dem vorzüglichen Aufsätze Evclts: Beitrüge zurGeschichte der Stadt Dorsten. Westf. Zeitsehr. 24 (1864) S. 170 ff.

a ) Der Tod der Frau Jutta war vielleicht der Anlaß für den Vater,die Erbangclegenhciten zu Gunsten seines unmündigen Enkels zu regeln.

8 ) Nyhoff: Gedenkwaardigheden. IV. No. 453.