18
H. Degering.
Söhne waren nach der Geschlechtstafel 1. Bitter van Raesfeld inRaesfeld, verheiratet nach 1446 mit Belie van Aswyn, die ihmdas Haus Schwanenburg zubringt, 2. Johann, welcher als Dom-probst zu Osnabrück bekannt ist, 3. Gerd, der Kanonikus zuGent war, und 4. Bernhard, von dem wir sonst nichts wissen. Erscheint unverheiratet gewesen und früh gestorben zu sein. Somitblieb der ganze Güterbesitz in Bitters Hand und ging von ihm aufseine beiden Söhne Johann und Heinrich über, von denen dieserSchwanenburg, jener Raesfeld erhielt. Johann, der mit Friederikevon Rhede verheiratet war, vererbte Raesfeld aufseinen Sohn Johann,welcher mit Agnes Gräfin von Diepholz, dann mit der Witwe Johannsvon Raesfeld-Ostendorf, der 1522 starb, Jutta von Wylich und zu-letzt mit Ermgard von Bemmeiburg vermählt war, die sich nachseinem Tode mit Goswin v. Raesfeld zu Twickel wieder verheiratete.Ein zweiter Sohn Adolf war Domherr in Münster und lebte noch1587 nach Ausweis der Domkellnereirechnungen, doch muß er kurzdarauf gestorben sein. Johann, der als ein erprobter Kriegsmann 1 galtund als solcher zuerst in Geldernschen Diensten 2 3 und dann besondersals einer der Oberbefehlshaber der bischöflichen Truppen bei der Be-lagerung von Münster im Wiedertäuferkriege 1534 und bald daraufin der Oldenburger Fehde sich Ruhm und Ansehen erwarb undals Anerkennung für seine Dienste vom Bischof Franz von Waldeck1542 mit dem Drostenamte von Ahaus belehnt wurde, 2 Unterließnur einen Sohn Johann, der aber 1559 in jungen Jahren zu Deventerstarb. Mit ihm erlosch der Hauptzweig des Hauses Raesfeld. Umdas Erbe wurde ein langwieriger Prozeß geführt zunächst zwischenLubbert von Heiden, vermählt mit Agnes von Raesfeld, und Hermannv. Yelen, dem Sohne Hermanns von Velen und seiner Frau Mar-garethe von Raesfeld einerseits und der oben genannten Ermgardvon Bemmeiburg, und Goswin van Raesfeld zu Twickel und Mar-kirchen andererseits, den der Bischof Bernhard von Raesfeld 1566vergeblich seihst oder durch seine Richter zu schlichten versuchthatte. Ausführliche Nachrichten über diesen Prozeß enthält ein
D Die Genealogie (Münster. St.-A. Msc. TI 32.) läßt ihn 1529 aucham Türkenkriege und der Belagerung von Wien teilnehmen.
2 ) Xyhoff: Ctedenkwaardigliedcn uit de Gcschicdenis van Gelderland.Urk. No. 1489 u. 1562.
3 ) Münster. Staats-Arch.: Fürst. Münster Urk. No. 3173 v. 14. April 1542.