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1 (1905) Abschnitt 1 - 3
Entstehung
Seite
285
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wurde er zurückgedrängt, wornach er seinen Posten verließ und sich zuder Hauptwache nach Dünsbach begab.

Nun verfügte ich mich auf der Stelle zu dem in dem Adler-wirthshause zu Dünsbach einquartirtcn Kirchbergischcn OberlieutenantDiedel, verständigte ihn von meinem Auftrag mit dem Beyfügen, daßich Key nicht verhosfender Widcrsezlichkeit Gewalt anlegen müßte, unddaher erwarte, daß er nicht nur das Patent, welches an dem Rathhauszu Dünsbach affigirt war, ungestört abnehmen lassen — sondern sichauch mit der beyhabenden Mannschaft ungesäumt zurückziehen und ausdem diesseitigen Gebiet sich begeben würde.

Nach mehrmals wiederholter Weigerung ging dieser endlich nachMorstein zu dem hiesigen hohen Lcmäoiuiuo, nachdem er mir vorhermein Wort abforderte, daß ich während seiner Abwesenheit nichts unter-nehmen möchte.

Unterdessen gieng ich zu der, bei dem Bauernmeistcr Beck Mehrer,schon versammelten Dünsbacher Gemeinde, und that hier meinem er-haltenen hohen Auftrag weiteres Genüge.

Bey meiner Zurückkunft in das Adlerwirthshaus fand ich denp. Diedel über dem Einpakken seiner Kleidungsstücke beschäftigt, und inaller Eile begab er sich dann zu seiner Mannschaft, welche sich inzwischenbey dem Rathhaus versammelt, und ihre Gewehre (wovon ich Augenzeugewar) geladen hatte.

Ich mußte nun, besonders da ich wiederholten Befehl zur pünkt-lichen Erfüllung meines Auftrags von dem hiesigen Louckomino erhielt,den Weg einschlagen, daß ich die Dünsbacher und Morsteiner Mann-schaft aufbieten ließ, welche auch sofort mit Gewehr, Heugabeln undPrügeln etc. zur Stelle kam. Mit dieser zog ich vor das Rathhaus,wo, wie schon gedacht, die ganze jenseitige Mannschaft postirt war.

Ich forderte jetzt wiederholt von dem p. Diedel, daß er mir ohneweiters das Patent abnehmen lassen möchte, besonders da er sähe, daßman nun im Ernst, bey weiterer Weigerung, Gewalt anwenden würde.

Nachdem alle gütliche Vorstellungen fruchtlos waren, die jenseitigeMannschaft unterdessen auch das Bajonet fällte, so ließ auch ich diediesseitige Mannschaft vordringen, welche denn auch in einem Augenblickdie Wache überwältiget, und das Patent abgenommen hatte. Bey diesemVorfalle wurden, so viel man in dem Tumult sehen konnte, zweySoldaten leicht verwundet, von der diesseitigen Mannschaft ist der MaurerDeininger mit dem Bajonet durch die Hand gestoßen worden; Und noch