— 37 —
April 1521 zu geben und für ihn freies Geleite zu erwirken. LuthersReise nach Worms glich mehr einem Triumphzug als dem Bußgangeines Geächteten. Er wurde von vielen Adeligen zu seinem Schutzebegleitet. So soll auch nach alten Familientraditionen Wilhelmvon Crailsheim Luther entgegengeritten sein. Wilhelm von Crails-heim war auch dabei, als Luther nach ausgesprochener weltlicher Ban-nung nach dem Verlassen von Worms auf Veranlassung seines Gönnersdes Kurfürsten Friedrich III. von Sachsen von verkappten Rittern imThüringer Walde überfallen und zu seiner Sicherheit heimlich auf dieWartburg gebracht wurde, wo er bis zum März 1522 verblieb.
Franken hatte einen eifrigen Gönner und Förderer der Refor-mationssache in dem Markgrafen Georg dem Frommen, welcher auch1528 für beide Markgrafentümer Ansbach und Bayreuth im Sinne derneuen Lehre eine geordnete Kirchenverfassung oder Kirchenordnung ein-führte. Als sich die Anhänger der alten Lehre gegen die Einführungder Reformation immer mehr zu sträuben begannen und auf dem Reichs-tage zu Speyer 1529 Sätze aufstellten, welche den Anhängern der neuenLehre unannehmbar waren, protestierten dieselben dagegen und reichtenauf dem Reichstage zu Augsburg ihre Protestation ein. Markgraf Georgder Fromme von Brandenburg war auf Seite der Protestanten stehend1530 zum Reichstage nach Augsburg gekommen und hatte unter andereneifrigen Anhängern der neuen Lehre Wolf von Crailsheim, der ersterRat des Markgrafen war, und Wilhelm von Crailsheim, in seinemGefolge. Auch Christoph von Crailsheim, von der HeuchelheimerLinie, der gleich seinen übrigen Verwandten ein treuer Anhänger derlutherischen Sache war, war nach Augsburg zum Reichstage 1530geeilt, um bei der Uebergabe der sogenannten Augsburger Konfessionanwesend zu sein. Wie wenig wirklichen Erfolg das breite Hin- undHerstreiten auf diesem Reichstage hatte, und wie schließlich im Juli 1532zu Nürnberg ein Religionsfriede geschlossen wurde, gemäß welchem derKaiser die Erklärung abgab, daß bis zu einem künftigen Konzil keinReligionsteil den anderen des Glaubens oder sonst einer Ursache halberbeschädigen soll, ist bekannt. In demselben Jahre 1532 hatte der Mark-graf Georg Friedrich der Fromme Wilhelm von Crailsheim nachHeidelberg geschickt, um mit dem vermittelnden Kurfürsten von der Pfalzin Reformationssachen zu unterhandeln. Derselbe Wilhelm von Crails-heim war es, der den letzten katholischen Pfarrer zu Gröningen durcheinen Reiter hinrichten ließ, einen evangelischen Pfarrer einsetzte und