ritterschaft fand einen kräftigen Rückhalt bei den deutschen Kaisern, welchedie Ritterschaft zu einem Mittelstande zwischen sich und den Fürsten machenwollten, und deren Kräftigung sie gerne sahen, um sie im Notfalle alseinzig zuverlässige Hilfstruppen gegen die immer mehr zunehmende Machtder Fürsten, auf die sie sich nicht verlassen konnten, und welche nurihre Selbstzwecke verfolgten, benützen zu können. Der Kampf zwischenden Ideen des Kaisertums und dem Systeme der Territorialherrlichkeitentbrannte immer heftiger und die auf der Grenzscheide der beiden zwi-stigen Mächte stehende und von beiden Parteien als Pflichtig beanspruchtefreie Reichsritterschaft konnte dadurch unmöglich zu einer festen Stellunggelangen.
Aus den Urkunden läßt sich deutlich nachweisen, daß der fränkischeRitteradel schon am Ende des XIV. und Anfangs des XV. Jahrhundertsseine Selbständigkeit als eigener Stand nicht aufgegeben hatte, wenn erauch sich zeitweise in den Dienst der Fürsten und Herren begeben hatte.Ebenso läßt sich nachweisen, daß seitens der anderen Stände, der Fürsten,Städte und der Kaiser die Reichsritterschaft schon damals als ein eigenerStand anerkannt wurde. (Näheres siehe Roth von Schreckenstein, Ge-schichte der Reichsritterschaft, I. Band.)
Schon 1382 bildeten sich die ritterschaftlichen Gesellschaften zurBefestigung der Reichsunmittelbarkeit ihrer Glieder. Einer der erstenfesten Zusammenschlüsse der fränkischen Reichsritterschaft fand im Jahre 1402zu Schweinfurt statt. Es war ein Bund „zur Erhaltung der Freiheitund des alten Herkommens". Die Urkunde ist mit 113 Siegeln ver-sehen, darunter auch dem Siegel der Herren von Crailsheim. ImJahre 1410 erneuerten die fränkischen Grafen, Herren und Ritter ihreVereinigung auf drei weitere Jahre. Diese Verbindungen tragen schon völligden Charakter eines reichsritterschaftlichen Kreises. (Roth von Schrecken-stein a. a. O. I, 601.)
Die Herrenvon Crailsheim nahmen um diese Periode regen Anteilan den Ereignissen der Zeit. Als die schwäbischen Städte den schwäbischenStädtebund zu ihrer gegenseitigen Hilfe nnd Machterhaltung gegründethatten und der Krieg mit den Städten heftig entbrannt war, findenwir Wilhelm Duere von Crailsheim auf der Seite des GrafenUlrich von Württemberg. Als derselbe am 21. Mai 1377 von denReutlingern bei Reutlingen besiegt wurde und viele Edelleute fielen,mußte auch Wilhelm von Crailsh eim sein Leben lassen. Die Herrenvon Crailsheim waren von Ansang an eifrige Anhänger der Föderations-