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1 (1905) Abschnitt 1 - 3
Entstehung
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schenken, Truchseß und Kämmerer haben, welche Verordnung seitens derBischöfe und deren Aebte getreu befolgt wurde. Da diese Hofämter sehreinträglich waren und die Macht, der Reichtum und das Ansehen derBischöfe auch die Stellung der in ein Vasallenverhältnis zu ihnen sichbegebenden freien Adeligen erhöhte und durch Annahme von Lehens-gütern ihr Vermögen vermehrte, so finden wir unter den Kirchenvögtenund Ministerialen der Bischöfe Grafen und Personen von bestem Adel.Nachdem das Bistum Bamberg errichtet war, machten es sich sogar dieKurfürsten von Böhmen, Brandenburg, Sachsen und der Pfalz zum Ge-schäft, Ministerialen der Bamberger Bischöfe zu sein, erklärbar durch dieschönen, damit verbundenen Lehen.

So ist es nun selbstverständlich, daß freie Adelige es nicht fürwürdelos hielten, die Stellung von Ministerialen bei den Hohen desLandes anzunehmen. Ein gewisser Selbsterhaltungstrieb zwang die wenigerbemittelten, freien, reichsunmittelbaren Adeligen, welche nicht aus eigenerMachtvollkommenheit sich ihre Stellung erhalten und gleichmäßig denanderen ansässigen Geschlechtern erhöhen konnten, sich unter den Schutz undSchirm der Mächtigen des Landes zu stellen und unter deren Protektionihre eigene Machtstellung, ihr Ansehen und ihr Vermögen zu vergrößern.So sehen wir die angesehensten Grafenfamilien von Henneberg als Ober-marschalle, von Kastell als Oberschenken, von Rieneck als Obertruchsesseund von Wertheim als Oberkämmerer des Bischofs von Würzburg wegender damit verbundenen Lehen und selbst der stolze Kaiser Friedrich I.ließ sich das Truchseßamt der Kirche Bamberg wegen einiger Lehen inder Oberpfalz übertragen. Solche Beispiele mußten andere bisher demReiche direkt unterstehende Adelsgeschlechter zur Nachahmung verleiten,so daß wohl fast sämtliche sich dazu bequemten, Ministerialendienst anzu-nehmen. Daraus erklärt sich aber auch, daß nicht bloß aus dem niederenlandsässigen Adel und dem erst durch seinen Dienst zu Pferde aus derDienstmannschaft sich emporarbeitenden gewöhnlichen Ritterstande derMinisterialendienst der späteren Zeit sich zusammensetzte und daß wegender Stellung eines Ministerialen nicht ohne weiteres auf den Ursprungdes Geschlechtes und die Art des Adels in frühen Zeiten geschlossenwerden kann. Poppo von Wasungen, ein Sohn des Grafen Poppo vonHenneberg, Konrad von Trimberg, Poppo von Immetshausen, BertholdGraf von Henneberg, Mangold von Wildberg, Albert von Hildenburg,lauter mächtige Grafen und Dynasten erscheinen als Ministerialen desBischofs von Würzburg. Als Ministerialen hielten sie sich teils an dem