Bon weltlicher Obrigkeit.
der werden; so mußt d» doch wehren, daß nicht alles zu Bodengehe, und eitel Witwen und Warfen werden.
Und hierinncn sind die Unterthanen schuldig zu folgen, Leibund Gut dran zu setzen. Denn in solchem Fall muß einer umdes andern willen sein Gut und sich selbst wagen. Und in sol-chem Krieg ist es Christlich, und ein Werck der Liebe, die Feindegetrost würgen, rauben und brennen, und alles thun, was schäd-lich ist, bis man sie überwinde, nach Kriegslauftcn; ohne daßman sich vor Sünden soll hüten, Weiber und Jungfrauen nichtschänden, und wenn man sie überwunden hat, denen, die sich er-geben und demüthigen, Guade und Friede erzeigen; also, das;man in solchem Fall den Spruch lasse gehen: Gott hilft demKecke-stcn. Gleichwie Abraham that, da er die vier Könige schlug, 1.Mos. 14, 14—16, da er freylich viel erwürget hat, undnicht viel Gnade erzeiget, bis er sie überwand. Denn solchenFall muß man achten als von Gott zugeschickt, damit er einmaldas Land fege, und böse Buben austreibe.
Wie, wenn denn ein Fürst unrecht hatte, ist ihm sein Volckauch schuldig zu folgen? Antwort: Nein, denn wider Recht ge-bühret niemand zu thun; sondern man muß Gotte (der dasRecht haben will,) mehr gehorchen denn den Menschen. Apostg.5, 29. Wie, wenn die Unterthanen nicht wüßten, ob er rechthätte oder nicht? Antwort: Weil sie nicht wissen noch erfahrenkönnen durch möglichen Fleiß, so mögen sie folgen ohn Gefahrder Seele». Denn in solchem Fall muß man das Gesetz Mosisbrauchen 2. Mos. 21, Da er schreibt, wie ein Mörder, dermit Unwifstn und ungernc jemand tödtet, soll durch Flucht ineine freye Stadt und durchs Gericht los gesprochen werden. Dennwelches Theil hie geschlagen wird, es habe Recht oder Unrechtmuß es für eine Strafe von Gott aufnehmen. Welches aberschlägt und gewinnet, in solchem Unwisscn, muß seine Schlachthalten, als siele jemand vom Dach und schlüge einen anderntodt, und Gott die Sache hcimstcllen. Denn es gilt bey Gottgleichviel, ob er dich durch einen rechten oder unrechten Herrnum dein Gut und Leib bringet. Du bist seine Creatur, und ermags mit dir machen, wie er will; wenn nur dein Gewissen un-schuldig ist. Also entschuldiget Gort auch selbst König Abimelech,1. Mos. 20, 6. da er Abraham sein Weib nahm; nicht, daß errecht daran hätte gethan, sondern daß er nicht gewußt hatte, daßAbrahams Weib war.
Aufs vierte, das wohl das erste seyn soll, davon wir auch