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10 (1828)
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294
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294 Won weltlicher Obrigkeit.

nicht zu wehren seyn, die Fürsten stellen sich denn Fürstlich, undsahen wieder an, mit Vernunft und sauberlich zu regieren.

Man wird nicht, man kann nicht, man will nicht eure Ty-ranney und Muthwillen die Lange lieben. Liebe Fürsten undHerren, da wisset euch nach zu richten, Gott wills nicht langerhaben. Es ist jetzt nicht mehr eine Welt, wie vorzeiten, da ihrdie Leute wie das Wild jaget und treibet. Darum laßt euerFrevel und Gewalt, und denckt, daß ihr mit Recht handelt, undlaßt Gottes Wort seinen Gang haben, den es doch haben will,muß und soll, und ihrs nicht wehren werdet. Ist Ketzerey da,die überwinde man, wie sichs gebührt, mit Gottes Wort. Wer-det ihr aber viel Schwerdtzuckens treiben, so sehet zu, daß nichteiner komme, der es euch Heisse einstecken, nicht in Gottes Namen.

Möchtest du aber sprechen: Weil denn nun unter den Chri-sten kein weltlich Schwerin seyn soll, wie will man sie denn äus-serlich regieren? Es muß je Obrigkeit auch unter den Christenbleiben. Antwort: Unter den Christen soll und kann keine Obrig-keit seyn, sondern ein jeglicher ist zugleich dem andern Unterthan,wie Paulus sagt Rom. 12, 10. 16: Ein jeglicher soll den an-dern seinen Obersten halten. Und Petrus 1. Epist. 1, SSeydallesamt unter einander Unterthan. Das will auch Christus Luc.14, 8: Wenn du zur Hochzeit geladen wirst, so setze dich allerun-terst an. Es ist unter den Christen kein Oberster, denn nurChristus selber und allein. Und was kann da für Obrigkeit seyn,da sie alle gleich sind, und einerley Recht, Macht, Gut und Ehrehaben; dazu keiner begehret des andern Oberster zu seyn, sondernein jeglicher will des andern Unterster seyn? Könnte man doch,wo solche Leute sind, keine Obrigkeit aufrichten, ob mans gernethun wollte, weil es die Art und Natur nicht leidet, Obersten ha-ben, da keiner Oberster seyn will noch kann. Wo aber nichtsolche Leute sind, da sind auch nicht rechte Christen.

Was sind denn die Priester und Bischöffe? Antwort: IhrRegiment ist nicht eine Obrigkeit oder Gewalt, sondern einDienst und Amt; denn sie nicht höher und besser vor andernChristen sind. Darum sollen sie auch kein Gesetz noch Gebotüber andern legen, ohn derselben Willen und Urlaub, sondern ihrRegieren ist nichts anders, denn Gottes Wort treiben, damit sieChristen führen, und Ketzerey überwinden. Denn, wie gesagtist, die Christen kann man mit Nichten, ohn allein mit GottesWort regieren. Denn Christen müssen im Glauben regieretwerden, nicht mit ansserlichen Wercken. Glaube kann aber durch