Von weltlicher Obrigkeit.
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tes Wort, wie sie es gut dünckt; und wollten dennoch ChristlicheFürsten heissen; da Gott vor sey.
Ueber das, mag mans auch dabey greiffen, daß eine jeglicheGewalt soll und mag nur da handeln, da sie sehen, erkennen,richten, urtheilen, wandeln und andern kann. Denn was wäremir das für ein Richter, der blindhin richten wollte die Sachen,die er weder höret, noch siehet? Nun sage mir, wie kann einMensch die Hertzen sehen, erkennen, richten, urtheilen und an-dern? Denn solches ist allein Gott vorbehalten, wie Ps. 7, 10.sagt- Gott forschet Hertzen und Nieren. Item v. S: Der Herrist Richter über die Leute. Und Apg. 15, 8: Gott ist ein Her-tzenkündiger. Und Jer. 17, 9. 10: Böse und unerforschlich istdas menschliche Hertz, wer mags erforschen? Ich der Herr, derdie Hertzen und Nieren forschet. Ein Gericht soll und muß gargewiß seyn, wenn es urtheilen soll, und alles am hellen Licht ha-ben. Aber der Seelen Gedancken, Sinn, können niemand, dennGott offenbar seyn, darum es umsonst und unmöglich ist, je-mand zu gebieten oder zu zwingen mit Gewalt, sonst oder so zuglauben. Es gehöret ein andrer Griff dazu, die Gewalt thutsnicht. Und mich wundert der grossen Narren; sintemal sie selbstallesamt sagen: He occullis nou iuäicat lilcclesia, die Kircherichtet nicht heimliche Sachen. Sodann die Kirche durch ihrgeistlich Regiment nur öffentlich Ding regiert; weß unterstehetsich denn die unsinnige weltliche Gewalt, solch heimliche, geist-liche, verborgene Dinge, als der Glaube ist, zu richten undmeistern.
Auch so liegt einem jeglichen seine eigene Gefahr dran, wieer glaubt, und muß für sich selbst sehen, daß er recht glaube.Denn so wenig als ein andrer für mich in die Hölle oder Him-mel fahren kann; so wenig kann er auch für mich glauben odernicht glauben: und so wenig er mir kann Himmel oder Hölleauf oder zuschliessen; so wenig kann er mich zum Glaubenoder Unglauben treiben. Weil es denn einem jeglichen auf sei-nem Gewissen liegt, wie er glaubt, oder nicht glaubt, und damitder weltlichen Gewalt kein Abbruch geschieht, soll sie auch zufrie-den seyn, und ihres Dings warten, und lassen glauben sonst oderso, wie man kann und will, und niemand mit Gewalt dringen.Denn es ist ein frey Werck um den Glauben, dazu man nie-mand kann zwingen. Ja, es ist ein göttlich Werck im Geist,schweig denn, daß es äußerliche Gewalt sollte erzwingen undschaffen. Daher ist der gemeine Spruch genommen, den Au-
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