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10 (1828)
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284
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Bon weltlicher Obrigkeit,

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weiset ist, so muß auch das alles Gottesdienst seyn, das der Ge-walt noth ist das Schwerdt zu führen. Es muß ja seyn, der dieBösen sahet, verklagt, würget und umbringet, die Guten schützt,entschuldiget, verantwortet und errettet. Darum wenn sie es derMeynung thun, daß sie nicht sich selbst drinnen ziehen, sondernnur das Recht und Gewalt helfen handhaben, damit die Bösengezwungen werden, ists ihnen ohne Gefahr, und mögens brau-chen, wie ein andrer eines andern Handwercks, und sich davonnähren. Denn, wie gesagt ist, Liebe des Nahesten achtet nichtihr eigenes, siehet auch nicht wie groß oder geringe, sondern wienütz und noth die Wercke dem Nähesten oder der Gemeinde seyn.

Fragest du : Wie? möchte ich denn nicht für mich selbst undfür meine Sache des Schwerdts brauchen, der Meynung, daß ichnicht damit das meine suchte, sondern daß das Uebel gestraftwürde? Antwort: Solch Wunder ist nicht unmöglich, aber garseltsam und gefährlich. Wo der Geist so reich ist, da mag eswohl geschehen. Denn so lesen wir von Samson, Richt. 15,11. daß er sprach: Ich habe ihnen gethan, wie sie mir gethanhaben; so doch dawider sagt Sprüch. 24, 29: Sage nicht, ichwill mit ihm thun, wie er mir gethan hat. Und Eap. 20, 22.Sprich nicht: Ich will ihm das Böse vergelten. Denn Samsonwar von Gott dazu erfordert, daß er die Philister plagen sollte,und die Kinder Israel erretten. Ob er nun wohl Ursach an ih-nen nahm, daß er seine Sache verwandte; so thät ers doch nichtsich selbst zu rächen, oder das Seine zu suchen, sondern andernzu Dienst, und zur Strafe der Philister. Ader dem Exempelwird niemand folgen, er sey denn ein rechter Ehrist und voll Gei-stes. Wo die Vernunft auch so thun will, wird sie wohl fürge-ben, sie wolle nicht das Ihre suchen; aber es wird im Grundefalsch seyn; denn ohne Gnade ists nicht möglich. Darum werdezuvor wie Samson, so kannst du auch thun wie Samson.

Der zweyte Theil.

Wie weit sich weltliche Obrigkeit erstrecke.

Hie kommen wir zum Hauptstück dieses Sermons. Dennnachdem wir gelehret haben, daß die weltliche Obrigkeit seyn mußauf Erden, und wie man derselben Christlich und ftliglich brau-chen solle; müssen wir nun lehren, wie lang ihr Arm, und wie-fern ihre Hand reiche, daß sie sich nicht zu weil strecke, und Gottin sein Reich und Regiment greise. Und das ist fast noth zu

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