Von weltlicher Obrigkeit.
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die Ungläubigen richte, und ihr auch wohl selbst deß brauchen mö-get, andere darnach zu richten; so sollt ihrs doch für euch und ineurer Sachen nicht suchen noch brauchen: denn ihr habt dasHimmelreich; darum sollt ihr das Erdreich lassen, wer es euchnimmt.
Siehe, da siehest du, wie Christus seine Worte nicht dahindeutet, daß er Mosis Gesetz aufbebe, oder die weltliche Gewaltverbiete; sondern er zeucht die Seinen heraus, daß sie für sichselbst der nicht brauchen, sondern den Ungläubigen lassen sollen,welchen sie doch auch mit solchen ihrem Recht dienen mögen, weilda Unchristen sind, und man niemand zum Christenthum zwin-gen kann. Daß aber Christi Worte allein auf die Seinen ge-hen, wird daraus klar, daß er hernach sagt Matth. 5, 44. Sies llen ihre Feinde lieben, und vollkommen seyn, wie ihr himmli-scher Vater. Wer aber seine Feinde liebet und vollkommen ist,der läßt das Gesetz liegen, und braucht sein nicht, daß er einAuge um ein Auge sodere. Er wehret aber den Unchristen auchnicht, die ihre Feinde nicht lieben, und sein brauchen wollen; jaer hilft, daß solch Gesetz die Bösen fassen, damit sie nichts ar-gers thun.
So ist nun (meyne ich,) das Wort Christi vereiniget mitden Sprüchen, die das Schwerdt einsetzen, und daß die Meynungdie ist: Schwerdt soll kein Christe für sich und seine Sache füh-ren noch anruffen; sondern für einen andern mag und soll erSführen und anruffen, damit der Bosheit gesteuret und Frömmig-keit geschützet werde. Gleichwie der Herr auch am selben Ortespricht v. 35. 37: Ein Christ soll nicht schwören, sondern seinWort soll fern, ja, ja, nein, nein; das ist, für sich selbst und auseigenem Willen und Lust soll er nicht schwören. Wenn aber dieNoth, Nutz und Seligkeit, oder Gottes Ehre das fordert, soll erschwören.- so braucht er denn einem andern zu Dienst des verbo-tenen Eides; gleichwie er einem andern zu Dienst brauchet desverbotenen Schwerdts. Gleichwie Christus und Paulus oft schwö-ren, ihre Lehre und Zeugniß den Menschen nützlich und glaub-würdig zu machen. Wie man denn thut und thun mag in denVerbündnissen und Verträgen ic. Davon Ps. 33, 12. spricht:Sie werden gelobet, die bey seinem Namen schwören.
Hie fragest du weiter, ob denn auch die Büttel, Hcncker,Juristen, Fürsprecher, und was des Gesindes ist, Christen seynmögen, und einen seligen Stand haben.? Antwort: Wenn dieGewalt und das Schwerdt ein Gottesdienst ist, wie droben er