Von weltlicher Obrigkeit.
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nem Nähesten noth wäre; also kann er auch in der Gewalt die-nen : und soll darinnen dienen, wo es des Nahesten Nothdurstfodcrt; denn sie sind Gottes Diener und Handwercksleute, diedas Böse strafen, und das Gute schützen. Doch daß es auch freysey zu lassen, wo es nicht noth wäre; gleich als ehelich werdenund Ackerwerck treiben frey ist, wo es nicht noth wäre.
So sprichst du: Warum hats denn Christus und die Apo-stel nicht geführet? Antwort: Sage mir, warum hat er nicht auchein Weib genommen, oder ist ein Schuster oder Schneider wor-den? Sollte darum ein Stand oder Amt nicht gut seyn, dasChristus selbst nicht getrieben hatte; wo wollten alle Stande undAemter bleiben, ausgenommen das Predigtamt, welches er alleingetrieben hat? Christus hat sein Amt und Stand geführet; da-mit hat er keines andern Stand verworfen. Es stund ihm nichtzu, das Schwerdt zu führen.- denn er sollte nur das Amt führen,dadurch sein Reich regieret wird, und eigentlich zu seinem Reichdienet. Nun gehöret zu seinem Reich nicht, daß er ehelich, Schu-ster, Schneider, Ackermann, Fürst, Hencker oder Botel sey, auchweder Schwerdt noch weltlich Recht, sondern nur Gottes Wortund Geist; damit werden die Seinen gercgieret innwendig. Wel-ches Amt er auch dazumal trieb, und noch immer treibt, gibt im-mer Geist und Gottes Wort. Und in dem Amt mußten ihmdie Apostel nachfolgen, und alle geistliche Regierer; denn sie ha-ben an dem geistlichen Schwerdt, dem Wort Gottes, wohl so vielzu schassen, daß sie solch ihr Handwerck recht treiben, daß sie desweltlichen Schwerdts wohl müssen müßig gehen, und andern las-sen, die nicht zu predigen haben. Wiewohl es ihrem Stand nichtwider ist zu brauchen, wie gesagt ist; denn ein jeglicher muß sei-nes Berufs und Wercks warten.
Darum, ob Christus schon nicht das Schwerdt geführet,noch gelehret hat; so ists doch gnug, daß crs nicht verboten nochaufgehaben, sondern bestätigt hat. Gleich wie es gnug ist, daßer den ehelichen Stand nicht aufgehaben, sondern bestätigt hat,ob er wohl kein Weib genommen, noch nichts davon gelehret hat.Denn er mußte sich allerdings beweisen mit solchem Stand undWcrck, die eigentlich nur alleine zu seinem Reich dieneren: aufdaß nicht eine Ursache und nöthiges Exempel daraus genommenwürde, zu lehren und zu glauben, es könnte Gottes Reich nicktohne Ehe und Schwerdt und dergleichen äusserlichen Dinges be-stehen, (denn Christi Exempel dringen vonnötken,) so es dochnur durch Gottes Wort und Geist bestehet, welches Christi ei-