28<z Won weltlicher Obrigkeit.
nicht hat mögen so ein gewaltiger Amtmann seyn. Also ist auch '
gewesen der Landvogt in Cypern, Paulus Scrgius, Apg. iz 7 »iiu12. welchen St. Paulus bekehret, und doch Landvogt unter und Dsiüber Heyden bleiben ließ. Item, so haben viel Heilige Märty-rer gethan, die den Römischen heydnischen Käysern gehorsam, sq ?unter ihnen in Streit gezogen, und ohn Zweifel auch Leute er-würgeten, um Friede willen zu erhalten; als man von St. Mo-ritz, Achatio, Gereon, und von viel andern unter dem Käyser PliMiJuliano schreibet. Ueber das so liegt da der helle starcke TextSt. Pauli Rom- 1.?, 1. da er spricht: Die Gewalt ist von Gott ,
verordnet. Item: Die Gewalt tragt nicht vergeblich das Schwerdt: 5Msie ist Gottes Dienerin, dir zu gut, eine Rächerin über den, der Md.Böses thut. jMw
Lieber sey du nicht so frevel, daß du wolltest sagen: Ein rlkltrbChrist möge das nicht führen, das Gottes eigentlich Werck, Ord- zw Äkrnung und Creatur ist. Sonst müßtest du auch sagen, ein Christ st"müßte nicht essen noch trincken, noch ehelich werden, denn es auch >«l, RmGottes Werck und Ordnung sind. Jsts aber Gottes Werck undCreatur, so ists gut, und also gut, daß sein jedermann Christlich lo-Zch:.,-,und seliglich brauchen kann, wie St. Paulus sagt 1. Tim. 4, 4:
Alle Creatur Gottes ist gut, und nichts zu verwerfen dem Gläu- -xZg,,bigen, und die die Wahrheit erkennen. Unter allen CreaturcnGottes mußt du ie nicht allein essen und trincken, Kleider und -Schuh, sondern auch Gewalt und Unterthanigkeit, Schutz und -
Strafe seyn lassen. Und Summa Summarum , weil hier StPaulus sagt Rom. 13, 1. die Gewalt sey Gottes Dienerin, muß ,
man sie lassen nicht allein den Heyden, sondern allen Menschen .brauchlich seyn. Was ist gesagt, sie ist Gottes Dienerin, denn ^ ,so viel: Die Gewalt ist von Natur der Art, daß man Gott da- Vmit dienen kann? Nun wäre es gar unchristlich geredt, daß ir-gend ein Gottesdienst wäre, den ein Christenmensch nicht thun ^ 'sollte oder müßte, so Gottesdienst niemand so eben eignet als den ^Christen; und auch wohl gut und noth wäre, daß alle Fürsten ^rechte gute Christen waren; denn das Schwerdt und die Gewalt, ^ ^als ein sonderlich Gottesdienst, gebührt den Christen zu eigen vor ^ -allen andern auf Erden. ^
Darum sollt du das Schwerdt oder die Gewalt schätzengleich wie den ehelichen Stand, oder Ackerwerck, oder sonst einHandwerck, die auch Gott eingesetzt hat. Wie nun ein Mann ^kann Gott dienen im ehelichen Stande, am Ackerwerck oder .
Handwerck, dem andern zu nutz, und dienen müßte, wenn es sei-