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10 (1828)
Entstehung
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279
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Von weltlicher Obrigkeit.

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nicht meyne dadurch fromm oder selig zu werden. Also halt sichsauch mit allen andern Stücken des Alten Testaments, daß nichtunrecht ist, wer es lasset, noch unrecht, wer es thu^ sondern al-les frey und gut zu thun und zu lassen. Ja, wo es dem Näch-sten nütz oder noth wäre zur Seligkeit, so waren sie alle noth zuhalten: denn jedermann ist schuldig zu thun, was seinem Nähe-stcn nütz und noth ist, es sey Alt oder Neu Testament, es senein Jüdisch oder Heydnisch Ding, wie Paulus lehret 1. Cor. 9,12. Denn die Liebe gehet durch alles und über alles, und stehetnur dahin, was andern nütz und noth ist, fraget nicht darnach,obs alt oder neu ist. Also sind die Exempel des Schwerins auchfrev, daß du ihnen magst folgen oder nicht; ohn wo du siehest,daß dein Nähester bedarf, da dringet dich die Liebe, das zu thunnöthig, das dir sonst frey und unnötyig ist zu thun und zu las-sen. Allein, daß du dadurch nicht gedenckcst fromm oder selig zuwerden, wie die Jüden durch ihre Wercke sich vermassen; sonder»solches dem Glauben lassest, der dich ohn? Werck zur neuen Crea-tur macht.

Und daß wirs auch durchs Neue Testament beweisen, stehetbie vest Johannes der Täufer, Luc. 3, 14. der ohn Zweifel Chri-stum zeugen, zeigen und lehren mußte; das ist, seine Lehre mußte,eitel Neu Testamentisch und Evangelisch seyn, als der Christosollte ein reckr vollkommen Volck zuführen; derselbe bestätigt dasAmt der Kriegsleute, und spricht: Sie sollen ihnen an ihremSolde begnügen lassen. Wo es nun unchristlich wäre gewesen,das Schwerdt zu führen, sollte er sie darum gestraft, beyde Soldund Schwerdt heissen lassen fahren, oder hätte sie nicht recht denChristlichen Stand gelehret. Also auch St. Petrus, da er demCornelio Apg. 10, 34. 35. predigt von Christo, hieß er ihn nichtfahren lassen sein Amt; das er doch sollte gethan haben, wo esdem Cornelio hinderlich wäre gewesen an seinem Christenstand;darzu zuvor ehe denn er getaust ward, kommet der Heilige Geistaus ihn, auch lobet ihn St. Lucas als einen frommen Mannvor St. Peters Predigt, und tadelt noch nicht an ihm, daß erder Kriegslcute und des heydnischen Käysers Hauptmann war.Was nun der Heilige Geist an Cornelio hat lassen bleiben undnicht gestraft, ist billig, daß auch wir nicht strafen und bleibenlassen. Desgleichen Exempel gibt auch der MohrenbauptmannEunuchus, Apg. 8, 39. den Philippus der Evangelist bekehrteund taufte, und ließ ihn an seinem Amte bleiben und wiederheim ziehen, der doch der Königin in Mohrenland, ohn Schwerdt