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10 (1828)
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Von weltlicher Obrigkeit.

weltlichen Schwerdtes noch Rechts nicht bedürfen, worum sprichtdenn Paulus-.Röm. 13, 1. zu allen Christen: Alle Seelen fernder Gewalt und Obrigkeit Unterthan. Und St. Petrus 1. EM.2, 13: Seyd Unterthan aller menschlichen Ordnung ic. wie dro-ben erzehlet ist. Antwort: Jetzt hab ichs gesagt, daß die Chri-sten untereinander, und bey sich und für sich selbst keins Rechtesnoch SchwcrdteS dürfen; denn es ihnen keines noth noch nütz.Aber weil ein rechter Christe auf Erden nicht ihm selbst, sondernseinem Nächsten lebt und dienet, so thut er von Art seinesGeists auch das, das er nicht bedarf, sondern das seinem Näch-sten nütz und noth ist. Nun aber das Schwerin ein groß nöthi-ger Nutz ist in aller Welt, daß Friede erhalten, Sünde gestrafet,und den Bösen gewehret werde, so gibet er sich aufs allerwilligsteunter des Schwerins Regiment, gibt Schoß, ehret die Obrigkeit,dienet, hilft und thut alles, was er kann, das der Gewalt förder-lich ist, auf daß sie im Schwang und bey Ehren und Furcht er-halten werde: wie wohl er deß für sich keines bedarf, noch ihmnoth ist; denn er siehet darnach, was andern nütz und gut ist,wie Paulus Rom. 13, 7. lehret. Gleichwie er auch alle andernWercke der Liebe thut, deren er nichts bedarf. Denn er bestehetdie Krancken nicht darum, daß er selbst davon gesund werde; erspeiset niemand, daß er selbst der Speise dürfe; also dienet erauch der Obrigkeit, nicht, daß er ihr bedürfe, sondern die andern,daß sie beschützt, und die bösen nicht arger werden. Denn es ge-het ihm nichts dran ab, und schadet ihm solcher Dienst nichts;und bringet doch der Welt grossen Nutz. Und wo ers nichtthäte, so thäte er nicht als ein Christ, dazu wider die Liebe;gäbe auch den andern ein bös Exempel, die auch desgleichen woll-ten keine Obrigkeit leiden, ob sie wohl Unchristen wären: damitdenn dem Evangelio eine Schmach entstünde, als lebrete es Auf-ruhr, und eigensinnige Leute machte, die niemand nütze noch zuDiensten seyn wollten, so es doch einen Christen zu jedermannsKnecht macht. Also gab Christus Matth. 17, 27. den Zinsgro-schen, daß er sie nicht ärgerte; so ers doch nickt bedürfte.

Also siehest du auch in den Worten Christi, droben ausMatth. 6, 33. angezeiget, daß er wohl lehret, wie die Christenunter einander kein weltlich Schwerdt noch Recht haben sollten.Er verbeut aber nicht, daß man denen dienen und Unterthan seynsolle, die weltlich Schwerdt und Recht haben; sondern vielmehr,weil du sein nicht darfst noch haben sollt, sollt du denen dienen,die nicht so hoch Kommen sind als du, und desselben noch dürfen.