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Raum geben aller Büberey: denn die gemeine Welt kannS nichtannehmen noch verstehen. Da siehest du nun, wo Christi Wortehin sehen, die wir droben erzehiet haben aus Matth. 5, 39., daßdie Christen sollen nicht rechten, noch das weltliche Schwerin un-ter ihnen haben. Eigentlich sagt crs nur seinen lieben Christen;die nehmens auch alleine an, und thun auch also: machen nichtRathe draus, wie die Sophisten, sondern sind im Herzen alsodurch den Geist genaturt, daß sie niemand übel thun, und vonjedermann williglich übel leiden. Wenn nun alle Welt Christenwäre, so gingen sie alle diese Worte an, und thäte also. Nun sieaber Unchristen ist, gehen sie die Worte nichts an, und thut auchnicht also; sondern gehöret unter das andere Regiment, da mandie Unchristen äusserlich zwinget und dringet zum Friede und zumGuten. Darum hat auch Christus kein Schwerdt geführt, hatauch in seinem Reich keins eingesetzt: denn er ist ein König überChristen, und regiert ohn Gesetz, allein durch seinen HeiligenGeist. Und wiewohl er das Schwerdt bestätiget, hat crs dochnicht gebraucht- denn es dienet nicht zu seinem Reich, da eitelFromme innen sind. Daher mußte David vorzeiten nicht denTempel bauen, darum, daß er viel Bluts vergossen, und dasSchwerdt geführet hatte: nicht daß er hatte Unrecht dran gethan,sondern daß er nicht konnte Christi Figur seyn, der ohne Schwerdtein sriedsam Reich haben sollte: sondern es mußts Salomonthun, das heißt auf Deutsch, Friederich oder Friedsam, der einfriedsam Reich hatte, damit das rechte sriedsame Reich Christi,des rechten Friedrichen und Salomonis, könnte bedeutet werden.Ztem, am ganzen Bau des Tempels hörete man nie kein Eisen,spricht der Text 1. Kön. 6, 7. alles darum, daß Christus ohneZwang und Drang, ohn Gesetze und Schwerdt ein frey willigVolck haben sollte.
Das meynen die Propheten Ps. 110, 3: Dein Volck wer-den seyn die Freywilligen. Und Esa 11, 9: Sie werden nichttodten noch schaden auf meinem ganzen Heiligen Berge. UndEsa. 2,4: Sie werden ihre Schwerdter zu Pflugscharen, undihre Lanzen zu Sicheln machen, und wird niemand wider denandern ein Schwerdt aufheben, sich nicht mehr fleissen zu strei-ten w. Wer diese und dergleichen Sprüche wollte so weit zie-hen, als Christi Name genennet wird, der würde die Schrift garverkehren; sondern sie sind gesagt allein von den Christen, diethun gewißlich unter einander also.
Aufs fünfte. Hie sprichst du: Weil denn die Christen des
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