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10 (1828)
Entstehung
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274
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Bon weltlicher Obrigkeit.

Lieber rathe, was würde derselbe machen? Er würde den wildenbösen Thieren die Bande und Ketten auflösen, daß sie jedermannzurissen und zubissen, und daneben fürgeben, es waren feinezahme, körre Thierlein; ich würde es aber an meinen Wundenwohl fühlen. Also würden die Bösen unter den ChristlichenNamen der Evangelischen Freyheit mißbrauchen, ihre Büberey ßimlMNstreiben, und sagen, sie seyn Christen, und keinem Gesetz noch MSchwerdt unterworfen; wie jetzt schon etliche toben und narren. M

Denselben müßte man sagen: Ja freylich ists wahr, daß »MS"«Christen um ihrer selbst willen keinem Recht noch Schwerdt un-terthan sind, noch sein bedürfen; aber siehe zu und gib die Welt chM-stnzuvor voll rechter Christen, ehe du sie Christlich und Evangelisch HchZvregierest; das wirst du aber nimmermehr thun. Denn die Well da W,sinund die Menge ist und bleibt Unchristen, ob sie gleich alle getauft ß«, Diund Christen hcissen. Aber die Christen wohnen (wie man «Kiüßimspricht,) fern von einander. Darum leidet sichs in der Welt Mz, r.i!nicht, daß ein Christlich Regiment gemein werde über alle W^, » Uja, noch über ein Land oder grosse Menge, denn der Bösen sind M gchDchimmer viel mehr denn der Frommen. Darum ein ganz Landoder die Welt sich unterwinden mit dem Evangelio zu regieren, 5^das ist eben als wenn ein Hirt in einen Stall zusammen thaieWölfe, Löwen, Adler, Schafe, und ließ jegliches frey unter dem «»iaiiHi!:andern gehen, und spräche.» Da weidet euch, und seyd frommund friedsam unter einander, der Stall stehet offen, Weide habt -;

ihr gnug, Hunde und Keulen dürft ihr nicht fürchten. Hie wür- siiHm ss-den die Schafe wohl Friede halten , und sich friedlich also lassen ^ ^7weiden und regieren; aber sie würden nicht lange leben, noch kein ^ (Thier vor dem andern bleiben. hlih li- s

Darum muß man diese beyde Regiments mit Fleiß scheiden, ^ ^und beydes bleiben lassen, Eins, das fromm macht; das andere,das äusserlich Friede schafft, und bösen Wercken wehret; keins istohn das ander gnug in der Welt. Denn ohne Christi geistlichRegiment kann niemand fromm werden vor Gott, durchs well-liche Regiment. So gehet Christi Regiment nicht über alle Men- ^ ^ - dschcn, sondern allzeit ist der Christen am wenigsten, und sindmitten unter den Unchristen. Wo nun weltlich Regiment oder'

Gesetz allein regieret, da muß eitel Hcucheley seyn, wenns auch "gleich Gottes Gebote selber waren. Denn ohne den Heiligen HGeist im Herzen wird niemand recht fromm, er thue wie feineWercke er mag. Wo aber das geistliche Regiment allein regiertüber Land und Leute, da wird der Bosheit der Zaum los, und