Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
269
Einzelbild herunterladen
 

--ÄH

Von weltlicher Obrigkeit.

269

?-e.^5

-:'-Äki

.-V-','">A'Z

j

!!üü5 !

^ zj-c^

Kayser ein Schloß oder Stadt nähme, oder sonst etwas unrechtesgeböte, wie fein sie finden sollten, daß sie dem Käyser widerstün-den, und nicht gehorsam seyn müßten. Nun es aber gilt, denarmen Mann schinden und ihren Muthwillen an Gottes Wortküssen, muß es Kaiserlichen Gebots Gehorsam heißen. SolcheLeute hieß man vorzeiten Buben. Jetzt muß man sie Christliche,gehorsame Fürsten heissen, wollen dennoch niemand lassen zuVerhör oder zu Verantwortung kommen, wie hoch man sichauch erbeut, welches ihnen doch gar ein untrüglich Ding wäre,wo der Kayser oder jemand anders mit ihnen also führe. Dassind jetzt die Fürsten, die das Käyserthum in Deutschen Landenregieren, darum es muß auch so fein zugehen in allen Landen,wie wir dann sehen. Weil denn solcher Narren Wüterey langetzur Vertilgung Christliches Glaubens, Verleugnung göttlichenWorts und zu Lästerung göttlicher Majestät, will und kann ichmeinen ungnadigen Herren und zornigen Junkern nicht länger zu-sehen , muß ihnen zum wenigsten mit Worten widerstehen. Undhab ich ihren Götzen, den Pabst, nicht gefürcht, der mir die Seeleund den Himmel dräuet zu nehmen, muß ich mich auch sehenlassen, daß ich seine Schupen und Wasserblasen nicht fürchte, diemir den Leib und die Erden dräuen zu nehmen. Gott gebe,daß sie zürnen müssen, bis die grauen Röcke vergehen und helfeuns, daß wir vor ihrem Dräuen ja nicht sterben. Amen.

Weltliche Obrigkeit ist Gottes Ordnung.

Aufs erste müssen wir das weltliche Recht und Schwerdtwohl gründen, daß nicht jemand daran zweifele, es sey von Got-tes Willen und Ordnung in der Welt. Die Sprüche aber, diees gründen, sind diese, Röm 13, 1, 2: Eine jegliche Seele seyder Gewalt und Obrigkeit Unterthan; denn es ist keine Gewalt,ohn von Gott. Die Gewalt aber, die allenthalben ist, die istvon Gott verordnet. Wer nun der Gewalt widerstehet, der wi-derstehet Gottes Ordnung. Wer aber Gottes Ordnung widerste-het, der wird ihm selbst das Verdammniß erlangen. Item 1.Pet. 2, 13. 14: Seyd Unterthan allerley menschlicher Ordnung,es sey dem Könige, als dem Fürnehmsten, oder den Pflegern, alsdie von ihm gesandt sind, zur Rache der Bösen und zu Lob denFrommen.

Auch ist desselben Schwerdts Recht von Anfang der Weltgewcst. Denn da Kain seinen Bruder Abel erschlug, fürchteteer sich so fast, man würde ihn wieder tödten, daß auch Gott einbesonderes Verbot drauf legte, und das Schwerdt um seinetwillen

j