2ü,N Von weltlicher Obrigkeit.
erlaubt, sondern niemand auf Erden sogar zugeeignet haben, alsdemselben. So ganz und gar hat der Teufel die Sophisten undhohen Schulen besessen, daß sie selbst nicht sehen, was uno wiesie reden oder lehren.
Ich hoffe aber, daß ich die Fürsten und weltliche Obrigkeitalso wollte unterrichten, daß sie Christen, und Christus ein. Herr,bleiben sollen, und dennoch Christi Gebote um ihrentwillen nichtzu Rathen machen dürfe. Das will ich E. F. G. zu untertha-nigem Dienst, und jedermann, der sein bedarf, zu Nutz, Christounserm Herrn zu Lobe und Preis thun. Befehle hiermit E. F. G.mit allem ihren Geblüt in Gottes Gnaden, der sie ihm lassebarmherziglich befohlen seyn, Amen. Iu Wittemberg, am NeuenJahrstage, Anno 1S23.
- E. F. G.
unterthanigsterMartinus Luther.
Ich habe vorhin ein Büchlein an den Deutschen Adel ge-schrieben, und angezeigt, was sein Christlich Amt und Werk sey.-aber wie sie darnach gethan haben, ist gnugsam vor Augen.Darum muß ich meinen Fleiß wenden, und nun schreiben, wassie auch lassen, und nicht thun sollen. Und hoffe, sie werden sicheben darnach richten, wie sie sich nach jenem gerichtet haben, daßsie ja Fürsten bleiben, und nimmer Christen werden. Denn Gottder Allmächtige unsere Fürsten tolle gemacht hat, daß sie nichtanders meynen, sie mögen thun und gebieten ihren Unterthanen,was sie nur wollen, und die Unterthanen auch irren und glau-ben, sie seyn schuldig, dem allen zu folgen, sogar und ganz, daßsie nun angefangen haben, den Leuten zu gebieten, Bücher vonsich zu thun, glauben und halten was sie fürgeben, damit sichvermessen, auch in Gottes Stuhl zu setzen, und die Gewissen undGlauben zu meistern, und nach ihrem tollen Gehirn den heiligenGeist zur Schule führen. Geben dennoch für, man dürfe es ihnennicht sagen, und solle sie noch Gnadjunker heissen.
Sie schreiben und lassen Zeddel ausgehen, der Käystr habees geboten, und wollen Christliche gehorsame Fürsten seyn; gerade,als wäre es ihr Ernst, und man den Schalck hinter ihren Ohrennicht merckere. Denn wir sollten wohl sehen, wenn ihnen der