Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
267
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Zuschrift.

Dem Durchlauchtigsten, Hochgebornen Fürsten und Herrn, Herr» Jo-hannes Herzoge zu Sachsen, Landgrafen in Thüringen, und Marggra-fen zu Meisten, meinem gnädigen Herrn.

nade und Friede in Christo. Es zwinget mich abermal,Durchlauchtigster, Hochgeborner Fürst, Gnadigster Herr, dieNoth, und vieler Leute Bitten, zuvor E. F. G. Begierde, zuschreiben von der weltlichen Obrigkeit und ihrem Schwerdt, wieman desselben Christlich brauchen, und wie weit man ihm Ge-horsam schuldig sey. Denn es bewegt sie der Spruch ChristiMatch. S, 39. Du sollst dem Uebel nicht widerstreben, sondernsey willfertig deinem Widersacher. Und wer dir den Rock nimmt,dem laß auch den Mantel. Und Rom. 12, IS- Die Rache istmein, spricht der Herr, ich will vergelten. Welche Sprüche auchvorzeiten der Fürst Volusian St. Augustino vorwarf, und dieChristliche Lehre anfocht, daß sie den Bösen Urlaub gebe, Böseszu thun, und gar nicht bestehen könnte mit dem weltlichenSchwerdt.

Also haben auch die Sophisten in delt hohen Schulen sichdran geflossen, da sie die beyde nicht konnten mit einander rei-men. Auf daß sie ja die Fürsten nicht zu Heyden machten, ha-ben sie gelehret, Christus habe solches nicht geboten, sondern de-nen Vollkommenen gerathen. Also hat Christus müssen ein Lüg-ner werden und Unrecht haben, rief, daß die Fürsten ja mit Eh-ren bestünden. Denn sie konnten die Fürsten nicht erheben, siemußten Christum herunter flössen, die blinden elenden Sophisten.Und ist also ihr gifftiger Irrthum in alle Welt eingerissen, daßjedermann solche Lehre Christi für Räthe an die Vollkommenen,und nicht für nöthige Gebote, allen Christen gemein hält. Solange bis sie auch dem vollkommenen Stande der Bischöffe, jadem allervollkommensten Stande des Pabsts, nicht allein diesenim vollkommenen Stand des Schwerins und weltliche Obrigkeit