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10 (1828)
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Capitel 17.

Nacht bleiben soll. Darum lhur Christus, als ein frommertreuer Heiland, daß er für uns sorget, und sagt uns zu, er wolleuns die Herverge bestellen: also, daß wir sollen bey ihm seyn, undso gut haben, als ers hat bey seinem Bater. Als sollte er sagen:Seyd getrost, und sorget nur nicht, wo ihr bleiben, oder wie ibrfahren sollet; laßt nur den Teufel und die Welt ^oben und wü-ten, morden, brennen, und euch zur Welt ausstossen-, ihr solletwohl versorget seyn, und dahin kommen, dahin ikr begehret, undda ihr vor der Welt und allen Teufeln sicher ruhen und bleibenkönnet.

Darum sollten wir diesen Spruch lassen unsern Hauptpfühlund pflaumfedern Bette seyn für unsere Seele, und mit fröhli-chem Hertzen darauf dahin fahren, wenn das liebe Stündlein daist, daß wir, von Sünde und allem Unglück, dazu der Welt undTeufels Gewalt los und entnommen, zur ewigen Ruhe undFreude gebracht sollen werden.

Daß sie die Herrlichkeit s6>n, die du mir gegeben hast.

Da sollen sie hinkommen, meine lieben Christen, daß sienicht allein bey mir seyn, sondern auch in ein klar und hell An-schauen kommen meiner Herrlichkeit, davon er kurtz zuvor (V.22) mit andern Worten gesagt hat: Ich habe ihnen die Herr-lichkeit gegeben, die du mir gegeben hast. Denn jetzt auf Erdenhaben wir und erkennen sie wol im Glauben, sehen sie aber nicht,ohne (wie St. Paulus, l. Cor. 13, 12., sagt) durch einenSpiegel und im dunckeln Wort, nemlich, daß wir davon hörenpredigen, und ins Hertz fassen, daß Christus sey auferstanden vonTodten, gen Himmel gefahren, und sich gesetzt in die Herrlichkeitund Majestät des Vaters, als ein einiger gewaltiger Herr überalle Creatur. Aber es ist noch eine dunckele Erkenntniß, als einedicke Wolcke vor die helle Sonne gezogen. Denn es gehet inkeines Menschen Hertz, und kann kein Verstand bcgreiffen, daßdie Herrlichkeit so groß sey, sonderlich weil sich Christus jetzt inseinen Christen so widersinnisch dazu stellet. Dort aber wirdein ander Licht scheinen, da wirs nicht mehr glauben, noch pre-digen und im Wort vortragen, sondern aufs allerhellste und ge-genwartig vor Augen sehen und anschauen werden mit unaus-sprechlichen, ewigen Freuden.

Da stehet nun der hohe Trost, welches, wenn es ein Menschglauben könnte, daß es wahr wäre, sollte er nicht viel fragen nachdiesem zeitlichen Leben und aller Welt Gut und Ehre^ ja gernealles, was auf Erden ist, sich verzeihen. Denn was ists für ein