Capitel 17. 249
etwas, das vor Gott gelten soll, suchen, denn in ihm. Summa,durch das Wort werden wir Christo eingeleibet, daß alles, waser hat, unser ist, und wir uns sein annehmen können, als unserseigenen Leibes, wiederum auch er alles, was uns widerfahret, sichannehmen muß, daß uns weder Welt, Teufel, noch kein Unglückschaden noch überwältigen kann; denn es ist keine Gewalt aufErden so groß, die wider diese Einigkeit etwas vermöge. Aberdamit gehet der Teufel um, daß er uns diß Band zutrenne, unddurch seine Schalckheit und Tücke vom Wort reiste. Wo dasgeschiehet, so hat er schon gewonnen. Denn ausser dem Wortist keine Einigkeit mehr, sondern eitel Spaltung, unzählige Sec-ten und Rotten, welche er durch seine Netze und Stricke, das istMenschenlehre, unter einander wirft, da ein jeglicher sonderlicheHeiligkeit suchet in eigenen Wercken w.
12. Dieweil ich bey ihnen war, erhielt ich sie in deinem Na-men.
Das ist, dieweil sie mich gehöret und gesehen und leiblichmit mir umgangen sind, habe ich sie durch dein Wort erhaltenmit Lehren, Vermahnen, Anhalten, Trösten, Warnen und allerleyWeise, daß sie nicht von dem reinen Wort und Erkenntniß ver-führet würden.
Die du mir gegeben hast, habe ich bewahret, und ist kei-ner von ihnen verloren, ohne das Verlorne Kind, daß dieSchrift erfüllet würde.
Ich habe sie verwahret, daß sie unverruckt und unbetrogensind blieben von falscher Lehre und Heiligkeit, und so vestgehalten, daß nicht einer von ihnen verloren würde, ohne dasVerlorne Kind, Judas. Warum das? Denn er hing noch niean mir also, daß er mich oder mein Wort mit Ernst gemeynethätte, sondern machte sich darum zu mir, daß er bey mir undunter meinem Namen möchte reich werden, und doch mit sotrefflichem Schein, daß der Jünger keiner nie gewahr ward.Aber solch Tcufelskind mußte der Herr Christus haben, daß dieSchrift (sagt er) erfüllet würde, welche zuvor gesagt hat, daßChristus und die Seinen allezeit müssen solche Judasapostel inihrem Häuflein haben, als er anderswo selbst anzeucht aus dem41. Psalm, 10: Der mein Brod isset, trit mich unter die Füsse:c,, also, daß er eine Figur trägt aller, die an dem Evangelio dasIhre suchen, wie jetzt leider auch viel seiner Kinder, die sich desEvangelii rühmen, und doch nichts damit suchen, denn ihrenRuhn, und Gemach oder Vortheil, meynen, es sey ein Handel