2Z0 Capitel 17.
oder Gewerbe, damit man könne Ehre und Gut erlangen wieSt. Paulus sagt, 1. Tim. 6, 5.
13. Nun aber komme ich zu dir und rede solches in der Welt
auf daß sie in ihnen haben meine Freude vollkommen.'
Ich komme ja zu dir, auf daß du sie selbst bewahrest underhaltest; aber dennoch ist noth, daß ich solches rede, weil ichnoch in der Welt bin, das ist mit leiblicher Stimme und Wor-ten, als ein Mensch mit dem andern redet. Warum oder wozu?Dazu (sagt er), daß sie meine Freude in ihnen haben, das ist,daß sie durch das Wort, mit den Ohren gesaßt und im Hertzenbehalten, getröstet werden und fröhlich darauf trotzen und sagenkönnen: Siehe, das hat mein Herr Chtistus gesagt, so treulichund hertzlich hat er für mich gebeten; das habe ich aus seinemMunde gehöret, oder von denen, so es gehöret und von ihm ge-sandt seyn, mir solches auch zu predigen, empfangen, daß er michnicht will verlassen, ob er gleich nicht leiblich bey mir ist undmich alleine laßt, sondern schützen und erhalten will durch desVaters allmachtige, ewige Gewalt und Macht. Denn das wis-sen wir aus derselbigen Rede, daß Er und der Vater eines ist,und alles, was aus seinem Munde ist gangen, des Vaters eigenWort und Hertz ist.
Siehe, daß heißt er, seine Freude vollkommen haben, dasist, eine rechtschaffene, völlige Freude, und heißt wohl: seineFreude, oder eine Freude von ihm; denn es ist keine weltlichenoch äusserliche, sondern gar eine heimliche und verborgene Freude.Denn vor der Welt haben sie (die Christen) eitel Jammer undHertzeleid, Verfolgung und Unglück, entweder, beyde, von Tyran-nen und Rotten, oder ohne Mittel vom Teufel selbst, und müs-sen leiden, daß die Welt dazu fröhlich ist, jauchzet und ihr Freu-denspiel treibt, wenn es ihnen übel gehet, wie Christus zuvor,Joh. 16, 20., gesaget hat: Ihr werdet weinen und traurigseyn, die Welt aber wird sich freuen rc. Aber dennoch (sprichter) sollen sie eine vollkommene Freude haben unter solchem Trau-ren und Betrübniß, wie auch daselbst, Joh. 16, 22., folget:Euer Hertz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand voneuch nehmen.
14. Ich habe ihnen dein Wort gegeben.
Ich habe keinen andern Schatz, spricht er, den ich ihnen ge-ben kann, ohne das Wort, das ich von dir empfangen und vomHimmel gebracht habe; das habe ich ihnen gegeben, und treibees auch jetzt darum so fleißig, daß ich es ihnen gerne wollte ins