Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
248
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248 Capitel 17.

Leben oder Wercke. Wer nun das Wort fahren laßt, der istschon nimmer heilig, ob er gleich andere grosse Heiligkeit suchetund fürgibt.

Die du mir gegeben hast.

Weil du sie mir gegeben hast, daß sie meine Schüler wür-den, und zu rechter Heiligkeit beruffen: so wolltest du sie auchfort dabey erhalten, daß sie nicht verunheiligt, noch beschmitzt undverführet werden in einigen Irrthum.

Daß sie eines seyn, gleichwie wir.

Es gehet dieser gantze Text dahin, daß der Herr Christuswohl gesehen hat, daß die, so sein Wort angefangen haben zuhören, in allerley Gefahr kommen würden, daß sie davon möch-ten gerissen werden. Denn, wo der Teufel stehet, daß ChristusSchüler krigt, wird er toll und unsinnig, schüttet alle seinenZorn und Grimm aus, legt sich, beyde, mit aller Gewalt undTücke dawider, und laßt nicht ab, daß er sie davon reiste. Darumbittet er, daß sie nicht zustreuet, und einer hier, der andere da,davon gerissen werden, sondern ein Ding und unzertrenmtbleiben.

Also meynet nun Christus hier auch, daß seine Christensollen also an einander hangen, daß sie gantz ein einig Ding undein unzertrennter Leib seyn und bleiben, gleichwie er und derWater eines sind. Da ist nicht allein ein Sinn und Wille, son-dern ein gantz einig, unzertrennet Wesen. Denn, wenn manChristum vom Water sonderte, so wäre es nimmer ein Gott, son-dern ein getheilet, sonderlich und unterschieden Wesen, wiewolnoch eine viel grössere Einigkeit ist der göttlichen Natur, denn derGlieder in einem Leibe, die wir auch nicht begreiffen können. Sosoll nun (will er sagen) mein liebes Häuflein oder Christenheitauch seyn ein Leib und Küche, gantz und ungetheilet. Denn obwol hier eine andere Einigkeit ist, denn der Natur, nemlich einegeistliche: so heißt sie doch gantz ein Ding, daß keines ohne dasandere seyn kann, und wenn ein Stück herab gerissen würde,könnte es nimmer eines oder ein Ding heissen.

Siehe, das ist die Einigkeit der Christen, die Christus mitdiesen Worten angegeben hat. Aber dazu kann man auf keineandere Weise kommen, denn dadurch, daß uns Gott (wie er ge-sagt hat,) in seinem Namen erhalte, das ist, so wir bleiben indem Wort, das wir vom Christo empfangen haben. Denn dasWort hält uns zusammen, daß wir alle unter einem Hauptebleiben und an ihm allein hangen, keine andere Heiligkeit, noch