Capitel 17. 243
es gehet wider ihre Weisheit und Heiligkeit und alles, was siehoch achten.
Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben.
Sie waren dein spricht er, das ist, wie gesagt, wer dasWort höret, Hertz und Ohren austhut, und die Offenbarung hin-einschallcn und klingen laßt, der gehöret nimmer in die Welt,sondern mich an. Weil nun das gewiß ist, daß sie mein sind,und ich ihr Herr, Meister und Heiland bin: so ists auch gewißund kein Zweifel, daß sie dein sind, ja nicht allein jetzt dein sind,sondern vorhin von Anfang dein gewesen und durch dich zu mirkommen. Also ist mit einem Wort hinweggenommen aller Zornund was man schreckliches dencken mag im Himmel und aufErden, und ein weiter Himmel voll Gnaden und Segen überdich aufgethan. Hangest du an dem Herrn Christo, so bist dugewißlich unter dem Haufen, die Gott von Anfang dazu erwäh-let hat, daß sie sein eigen seyn sollten; sonst würden sie nichtherzu kommen, noch solche Offenbarung hören und annehmen.
Siehe, also ist stracks hinweggeschlagen die grosse Anfechtungund alles Disputiren von der heimlichen Versehung, damit sichetliche martern und ängsten, so hart, daß sie möchten unsinnigwerden, und richten doch nichts aus, denn daß sie dem TeufelRaum geben, daß er sie durch Verzweifelung in die Hölle hineinführe. Denn das sollst du wissen, daß alle solch Eingeben undDisputiren von der Versehung gewißlich vom Teufel ist. Denn,was die Schrift davon sagt, ist nicht gesetzt, die armen, ange-fochtenen Seelen, so ihre Sünde fühlen und gerne los wären,damit zu bekümmern und schrecken, sondern vielmehr zu trösten.
Darum laß sich die damit bekümmern, die das Evangeliumnicht haben, noch Christum hören wollen. Du aber wisse, daß,kein stärckerer Trost auf Erden ist, denn er dir hier selbst zeigtund gibt, ncmlich, daß du Gottes eigen und das liebe Kind seyst,weil dir sein Wort gefället und dein Hertz süsse gegen ihn ist.Denn so dir Christus freundlich und süsse ist und dich tröstet, sotröstet dich Gott der Vater selbst. Darum hast du keinen zorni-gen Gott, sondern eitel väterliche Liebe und Gnade, durch solchWerck beweiset, daß er dich dem Herrn Christo geschenckt hat. Dableibe bey und laß dir nichts weiter einbilden, denn wie er sichdir zeiget und offenbaret durch Christi Wort. Denn er hat sicheben darum also offenbaret, daß du nichts anders dürfest suchenund forschen, noch dich bekümmern, was er möge von dir beschlos-sen haben, sondern, daß du in dem Wort alle seinen Willen
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