Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
242
Einzelbild herunterladen
 

242

Capitel 17.

6

»

Verdienst angesehen, aus lauter väterlicher Güte, durch Christumseinen lieben Sohn.

Wer nun solches preiset und rühmet, prediget, glaubet undbekennet, der macht den Vater herrlich, verklärt und offenba-ret seinen Namen, daß man wisse, wie man ihn nennen, wofürman ihn halten und ehren soll. Denn das ist der rechte Name,dabey man ihn kennen, das ist, sein Hertz, Willen und Werck se-hen kann, welches vor der gantzen Welt verborgen ist. Denn,welche diesen Glauben und Bekenntniß nicht haben, die kennenihn nicht, ob sie gleich viel von Gott hören und reden, als, dieJuden, die sich allein Gottes Volck und Diener rühmeten, unddoch nicht mehr von ihm hielten, denn für einen solchen Mann,der ihre Heiligkeit im Gesetz, Opffcrn und schöne Gottesdienstemüßte ansehen und ihm gefallen lassen, und ihnen darum gnädigseyn; wie auch unsere Möncherey und geistliche Stande mit ih-rem Gottesdienst ihn abmahlen und halten, als der ihre Kappen,Fasten, strenges Leben, Messen und andere schöne Wercke müsseansehen und den Himmel dafür geben.

Denn das ist allen Menschen auf Erden angeboren, wennman von Gott höret, daß ihm jeglicher ein eigen Bild und Ge-dancken macht, damit er Gott eine Gestalt und Farbe will ab-gewinnen, wie er sey, was er denckc und im Sinne habe, wieman ihm dienen soll; und kann doch keine Vernunft höher kom-men, wenn sie es aufs beste machet, denn daß sie ihm mit Wel-chen dienen müssen, und so viel thun, daß crs ihm gefallen lasseund dafür gebe, was sie begehret, daher denn alle Abgötterei) inder Welt kommen ist. Soll man ihn aber recht erkennen, somuß Christus kommen mit seinem Wort und ihn offenbaren;unsere Vernunft und Gedanckcn Werdens nicht thun. Dennwer würde das je gedacht oder in Sinn genommen haben, daßGottes Sohn selbst vom Himmel kommen, Mensch werden undfür unsere Sünden am Creutz sterben müßte, und uns des Va-ters Gnade und Huld erwerben ohne alle unser Werck und zu-thun? Summa, Christus soll der Mann allein seyn, wird auchwol den Titel und Ruhm allein behalten, daß er den Vater ver-klare und offenbare.

Er setzet aber wohl dabey: denen, die du mir gegeben hastvon der Welt. Denn, wie es niemand offenbaret und predigenlaßt, denn er: also kann auch niemand dieselbige Offenbarungverstehen oder annehmen, denn die, so ihm gegeben sind; die an-dern verachtens, oder argern sich, verfolgen und lästern. Denn