Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
239
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Capitel 17.

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dancken und Sorge seyn, daß ihr nur den Mann wohl lernetkennen, und suche niemand etwas anders, noch bessers. Denndas ist allein unsere Weisheit und Kunst, die da heißt eine Christ-liche Kunst oder Lehre; was man sonst ausser oder neben diesemlehren kann, soll man nicht für eine Christliche Kunst halten.Und wenn jemand fragte- Was doch die Christen können oderlehren? soll man nichts anders antworten, das es sey, denn daßman den Christum kenne, gesandt vom Vater. Wer das nichtkann, noch lehret und treibet, der rühme sich nur keiner Christen-kunst. Denn, ob gleich jemand wüßte alles, was unter der Son-nen ist, wie Gott Himmel und Erden geschaffen, und alle Werckeund Wunder, die er je gethan hat, ja, wenn er auch die ZehenGebot könnte und thäte, und Summa, wenn er so viel wüßteund vermöchte, als die Engel: noch machet solches keinen Chri-sten, also, daß hier rein abgeschelet und ausgeschlossen sey alles,was man predigen oder wissen, hcissen oder thun kann von aller-ley guter-Lehre und Leben, und nichts bleibe noch gelte, das damöge einen Christen machen, ohne das er hier sagt: Daß sie dichund, den du gesandt hast, Jesum Christum erkennen.

Was heißt nun, den Vater und Christum erkennen, oder,wie gehet solch Erkenntniß zu? Antwort, es stehet gar in denWorten.- Den du gesandt hast. Wer das verstehet und unge-zweifelt glaubet, der hat gewißlich das ewige Leben. Was heißtaber: Den du gesandt hast? Das rechne du selbst, und siehe, wo-zu Christus komme, und was er hier auf Erden gemacht.

Er ist vom Himmel kommen und Mensch worden, dasWerck auszurichten, das ihm der Vater befohlen hatte, (wie erbald hernach wird selbst sagen,) nemlich, daß er der Welt Sündeauf sich lüde, und dafür stürbe, des Vaters Zorn versöhnete, unddurch sich selbst in eigener Person Tod und Teufel überwinde,und uns an sich brächte. Denn weil er selbst von Gott gesandtwird, kann es nicht ein schlecht, vergeblich Ding seyn, sondernbringt mit sich einen tresslichen Befehl und Geschäft, so nöthigund groß, daß kein Engel, noch Heiliger, ohn der einige Sohn,hat können ausrichten. Denn, was eine solche Person selbst aus-richten soll, muß gewißlich etwas Ewiges betreffen und schaffenzwischen Gott und uns. Darum liegt der Schatz gar mit ein-ander in dem Wörtlein: gesandt seyn. Denn es offenbaret undzeiget uns Gottes des Vaters Sinn, Hertz und Willen gegenuns, und fasset alles, was Christus gethan, gepredigt, gelitten,geschaffet und uns bracht oder gegeben hat. Es beweiset auch