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Capitel l7.
Daß er aber die Worte also setzet- daß du allein wahrhaf-tiger Gott bist, thut er darum, daß er immerdar will dem Vaterdie Ehre geben, daß er alles vom ihm habe, und also uns durchsich zum Vater führen und ziehen, wie man allenthalben imEvangelio Johannis siehet. Doch menget und fliehtet er sich indasselbige einige göttliche Wesen, Macht und Kraft, weil er mitdem Vater will also erkannt werden, als, der das ewige Lebengebe, welches Erkenntniß niemand, denn dem wahrhaftigen Gottgehöret.
Darum liegt die Macht an dem Wörtlein - dich, daß sie dicherkennen, daß du allein der wahrhaftige Gort bist. Welchen?Dich, der du Jesum Christum gesandt hast! Als sollte er sagen:Die Juden und andere haben auch nur einen Gott, wie sie mey-nen.- aber dich kennen sie nicht, der du allein wahrhaftiger Gottbist, weil sie Jesum Christum, von dir gesandt, nicht kennen, undihnen dieweil einen Gott nach ihren Gedancken abmahlen, wel-cher wahrhaftig kein Gott, sondern lauter nichts ist. Also siehestdu, wie das Wörtlein- allein, nicht gesetzt ist, daß er sich vomVater scheide, des göttlichen Wesens halben (weil durch die an-dern Worte solches genug verhütet ist), sondern eben darum, daßer beyde, den Vater und sich, zusammen flechte, ja den Vater ansich heffte, wider alle, die einen Gott abmahlen, oder ihn anders-wo suchen, denn in dem Herrn Christo.
Das sey genug davon gesagt, wie der Evangelist den Arti-ckel von der Gottheit Christi gründet. Nun müssen wir auch et-was weiter reden von der Erkenntniß, darinne das ewige Lebenstehet, was es sey und vermöge, auf daß wir diesen Text, als derrechten edelsten Hauptsprüche einen im Neuen Testament, lernenwohl und gründlich verstehen. Zwar unsere alten Lehrer habendiesen und dergleichen Sprüche gesparet bis in jenes Leben, ge-rade, als gehe er uns hier auf Erden nichts an. Wir aber sol-len damit bienieden bleiben, daß wir uns solche Sprüche lernennütze machen, als die zur Lehre des Glaubens geschrieben sindund. allermeist in dieses Leben gehören. Denn es muß wahrlichhier angefangen und durch den Glauben erkannt und gefasset wer-den, was wir dort ewig erwerben und besitzen sollen.
So ist nun diß Erkenntniß nichts anders, denn wissen, waSman von Christo und dem Vater halten soll, davon St. Petrus,2. Epist. 3, 18., vermahnet und spricht: Wachset in der Gnadeund Erkenntniß unsers Herrn Jesu Christi. Als sollte er sagen-Dencket und laßt das allein euer Studiren und alle euere Ge-