Druckschrift 
10 (1828)
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Capitel i7.

gebe uns den Sieg, daß wir auch uns deß halten in Nöthen undSterben; ob wir jetzt diese Worte nicht so völlig und gewaltigverstehen und fassen können, (wie sie geredt und gemennet sind,)daß wir doch alsdenn daran dencken: Solches hat mein Herrund Heiland mir in mein Hertz gercdt, daß ich an ihm einenSiegsmamr habe wider Welt, Tod und Teufel, ich sey, wie ge-ringe und schwach ich wolle. Amen.

Capitel l7.

Vorrede.

iese meine Predigt von dem Gebete unsers Herrn JesuChristi, Johannis am 17. Capitel, habe ich nicht allein gerne ge-sehen durch den Druck ausgehen, sondern auch gebeten meinenlieben Freund, Magister Caspar Creutzigern, der zu solchem ThunWohl geschickt, daß er sie wollte fassen und in eine deutliche, feineForm stellen, (weil ich selbst die Zeit, solches zu thun, nicht ge-habt, noch so wohl dazu geschickt bin,) und also lassen auch an-dern zu Theil werden. Denn ich weiß, daß den rechten from-men Christen, so nach der Gerechtigkeit hungert und dürstet, dieseBrocken und dieser Trunck kaltes Wassers lieblich und nützlichseyn wird, welchen wir auch allein hiemit dienen. Die übcrdrü-ßigen, sattsamen, tollen Heiligen haben sonst mehr, denn genug,ohne unsere Hülfe und Dienst; denen wollen wir auch nichts hie-mit gedienct haben. Befehle damit solche Predigt allen lieben,treuen Gliedern Christi, und mich auch in ihr Gebet. GottesGnade sey mit uns. Amen.

1. Solches redete Jesus, und hub seine Augen aus gen Him-mel, und sprach.

Unter allen Wercken unsers Herrn Christi sollten wir wolsonderlich wünschen und hören, wie er sich gestellet habe, wenn ergebetet und mit seinem lieben Vater geredet hat, weil sonst vielgeschrieben, wie er geprediget und Wunderlichen gethan, aber we-nig, wie er gebetet habe. Nun stehet es hier vor Augen geschrie-ben mit vielen Worten, die er vor seinen Jüngern geredet und