Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
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232
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232 Capitel 16.

und guten Muth habt, spricht nicht- Ich will euch schaffen, daßKayser, Pabst, Welt euch Frieden geben; sondern mein Wortsolls euch geben, in dem Wort Frieden gehabt oder nimmermehrkeinen. Denn ob wir gleich starcker waren, denn Pabst und alleWelt, (welches ich doch nicht gerne wollte,) und sollte Faust ge-gen Faust, Spieß gegen Spieß gelten- doch wollte ich des Frie-dens nicht, so Faust und Schwerdt geben möchten, gegen dem,so diß Wort gibt deß, der da sagt, solches rede ich mit euch n.Denn was kann solch ein Reden schaffen oder thun? Das kannes thun, spricht er, daß ihr, so ihr Unfriede und Angst habt, den-noch in demselben Frieden habet.

Das vermag freylich keine andere Macht noch Gewalt ansErden. Darum sollen wir, so Christen und im geistlichen We-sen sind, (denn der Welt wollen wir ihr Ding lassen, wie sie esunter einander machen,) diesen Trost schöpffen und fassen- MeineRuhe und Frieden stehet nirgend, denn in dem, das mein HerrChristus redet! und mit David, Psalm 1l9, 165., sagen- Gros-sen Frieden haben die, so dein Wort lieben! daß nur das Wortim Hcrtzen stecke, Gott gebe, es gerathe darnach mit Gefahr oderSchaden Leibes, Lebens, Guts oder Bluts. Diesen Friedenmuffen sie uns wol lassen, sie zürnen und toben, wie sie wollen.Wie wir auch gesehen und noch sehen desselben Kraft im Werckgehen, daß viel frommer Leute bestandiglich und mit gutem Muthlassen ihr Gut, Blut, Leib und Leben, um des Evangelii willen,und sehen die wütigen Drachenzahne und Löwenklauen nicht an.

Ursache dieses alles, warum er sie so trotzig machet undtröstlich ins Hertz redet, ist diß, spricht er- Das Spiel ist schongewonnen. Ich, ich habe die Welt überwunden. Ja , sprichstdu, du hast gut reden, daß du überwunden hast; andere, als Pe-trus, Paulus: Wo bleibe aber ich? Je, antwortet er, rede ichdoch das mit euch, nicht um mein selbst willen. Höret ihr nicht?Euch gilt es, ihr sollets wissen und euch trösten, daß ich habe dieWelt überwunden, nicht für mich selbst, denn ich bedürfte nicht,darum vom Himmel herab zu steigen, weil ich zuvor Herr allerCreaturen war, daß mich der Teufel und Welt für meine Personnoch wohl müssen zufrieden lassen. Aber um eurentwillen habeichs gethan, um eurentwillen rede ichs auch, und gilt euren Trost,Trotz und Friede. Darum fassets auch also zu Hertzen, und dru-cket dran, daß ich, Jesus Christus, habe den Sieg erobert und ge-wonnen. Gewonnen ist es, spricht er, da ist keine Gefahr nochSorge mehr, wir dürfen nicht erst ringen und kampffen, es ist