Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
231
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Capitel 16. 2Z1

Bekannten fliehen ferne von mir! item im 22. Psalm, 22: Er-rette meine einsame Seele unter eitel grausamen Einhörnern!Denn er hat auch solch Elend viel tiefer gefühlet, denn wir, wasda ist, also allein oder verlassen seyn: daß es ihm ohne Zweifelschwere Seufzer und Heisse Thränen heraus gedrückt hat. Ja,wer es versuchen sollte, und also allein stehen, verlassen von al-len Menschen, auch von denen, so ihm angehangen, der möchtedavon etwas wissen. Als, wenn ich sollte von mir, als einemgeringen Exempel, sagen, und es käme dahin, daß von mir sielealles, was noch mit mir ist, ob sie gleich nicht wider mich traten,sondern in Furcht oder Zweifel stünden, daß ich nicht wüßte, obsie für mich, oder wider mich waren, und mich zu niemand mehrBeystand versehen könnte.

33. Solches habe ich mit euch geredt, daß ihr in mir Friedehabet. In der Welt habt ihr Angst. Aber seyd ge-trost, ich habe die Welt überwunden.

Das ist die Letze gegeben, und in die Hand geschlagen zuguter Nacht. Er beschleußt aber sehr gewaltiglich mit dem, dar-um er die gantze Predigt gethan hat. Das ist die Summa (willer sagen) von dem allen, das ich gesagt habe, und da will es al-les hin, daß ihr in mir Frieden und Trost habt, so ihr in derWelt Unfriede und Angst müsset haben. Was ich euch geredthabe, das will ich halten; dencket nur und nehmets also an, daßihr euch deß wiederum haltet. Denn er weiß wohl, was er ih-nen auf den Hals leget, und was ihnen begegnen werde, wie erdenn gnug davon gesagt hat. Darum vermahnet er sie, daß sieauch sich an sein Wort halten, und daran gedencken, wenn sie eserfahren werden, also gehen, und sich alsdcnn damit trösten undstarcken können.

Darum ist er ja ein lieblicher, tröstlicher Herr, der die Sei-nen so freundlich und hertzlich vermahnet, daß sie ja vest an ihmbalten, und sich sein trösten sollen wider die Welt und alles, wassie anfechten und schrecken will, zeigt und gibt uns die rechteWeise, wie wir sollen Trost und Frieden haben. Denn darumhabe ich solches geredt, spricht er, daß ihr Frieden habt, aber nichtin der Welt, sondern in mir.

Das ist eine seltsame Rede, daß da soll Friede seyn, da dochAngst und Unfriede ist. Nun folget klar aus diesem Text, daßda wird kein anderer Friede werden, denn das Wort Christi, soer sagt, solches habe ich mit euch geredt. Meine Rede gehet da-hin, spricht er, und soll das ausrichten, daß ihr zufrieden seyd